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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts Loos war zu diesem Zeitpunkt nicht nur einer der bedeutendsten, sondernauch einerderumstrittensten Architekten. Imselben Zeitraum (1909–1911) baute er das „Haus am Michaelerplatz“ für den Herren- ausstatter Goldman & Salatsch,107 das nach seiner Fertigstellung mit dem – für an den ornamentfreudigen Historismus Gewöhnte wenig schmeichelhaften–Namen„HausohneAugenbrauen“108 bedachtwur- de;mit seinerPhilippikaOrnamentundVerbrechen (1908)hatte er sich in seinemMetier –und insbesondere inderWienerWerkstätte, deren Bestreben, Kunst und Alltag zu vereinen, ihm grundverkehrt schien – wenigFreundegemacht.UmsobemerkenswerterwardieEntscheidung derSteins,denUrheber solchstreitbarerTheorienundBauwerkebeider Neugestaltung ihresGeschäftsportalsheranzuziehen.Es dürfteMarkus Steingewesensein,der indiesemFall –gegendasanfänglicheZögern seines Sohnes Richard – eine Lanze für die architektonische Avantgarde brach.EinlenkendschreibtRichardam8.Juli1909andenVater: „Uebri- gens wird Herr Architekt Loos in den nächsten Tagen bereits eine Skizze liefern; ich habe das Gefühl, dass Deine Idee, ihn zu nehmen, eine sehr gutewarunddass erabsolutnichts verrücktesmachenwird [...].“109 Tragatschnig: Das Einkaufszentrum –Betrachtungen zu aktuellenund historischen Pro- blemlagen. In:Zweintopf [Hrsg.]: Imagineering. ShoppingweltenalsPerformanceraum. Konstruierte Bilder über Scheinöffentlichkeit. Graz: Forum Stadtpark 2009, S.10). „Trotz dergeringenPortalbreitevonnur6MeterngelangesLoosdurchdieSchaffungeiner tiefen,zumEingangführendenPassage,eineAuslagenlängevon11Meternzuerreichen. Die flächige Gestaltung in Form einer symmetrischen Toranlage wird durch die mittige, breite Passage und die flankierenden Vitrinen gebildet. Zum weißgeäderten schwarzen Marmor[...] kontrastierendiemitMessingbuchstabenbeschriftetenMilchglastafeln, welche die Bedeutung eines Architravs erhalten. Die Rückwände der seitlichen Vitrinen vertäfelteLoos mitMahagoni. Besondersprätentiösund kontrastierendwirkendie auf- wendigverzierten, vergoldeten BuchstabendesFirmenschriftzuges aufdemschwarzen Marmor. [...]Diebeleuchtete,mit zartenQuadersprossenausMahagonikassettierte Milchglasdecke der Passage erzeugt die Atmosphäre eines Innenraums bereits im äuße- ren Lokalbereich, die potentielle Kunden zum Verweilen und Eintreten einlädt“ (Bertha Blaschke/Luise Lipschitz: Architektur in Wien 1850 bis 1930. Historismus – Jugendstil – Sachlichkeit.Wien:Springer2002,S.162f.). 107 ZahlreicheRechnungen imSteinFAbelegen,dassMarkusundRichardSteinguteKun- den des benachbarten Herrenausstatters waren – sie bezogen ihre Kleidung dort „im Abonnement“. 108 Zur Rezeptionsgeschichte des Gebäudes vgl. u.a. Ursula Muscheler: Haus ohne Au- genbrauen. Architekturgeschichten aus dem 20. Jahrhundert (Beck’sche Reihe 1773). München:C.H.Beck2007,S.47f. 109 Zit. nachMumelter: DieGeschichtedesVerlagshausesManz, S.118. 360
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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