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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts
1945.BarbaraNetscher,dieTochterWalterSteins, berichtet voneiner
Erzählung Richard Wingers, Helenes Sohn, nach der dieser nach dem
TodseinerMuttergemeinsammit seinemBruderWolfgang–am1.April
1945, alsowährendder letztenKriegstage, als keinBestattungsinstitut
mehrarbeitete– irgendwieeinenSargorganisierteunddieLeicheder
Mutter mit einem Handkarren auf den Döblinger Friedhof transportiere
und im Grab der Eltern Markus und Nanette Stein beisetzte.158 Lotte
Sweceny schreibt in einem Brief über den Tod ihrer Tante: „Tante Helen
[sic!] ist Samstag gestorben. Ich bin doch sehr traurig darüber. Sicher
warmannichtgenugnett zu ihr, besonders ich,dasheißt ichwarhalt
garnicht.“159
ErwinStein,das jüngsteKindMarkusundNanetteSteins,wurdeam7.
November1885 inWiengeboren.Er istdereinzigeStein,dembereits
eineBiografiegewidmetwurde:ThomasBrezinkas2005erschienenes
Werk Erwin Stein. Sein Biograf beschreibt den Komponisten, Dirigenten
undMusiktheoretikerErwinSteinals „‚geborene[n]Assistent[en]‘mitei-
nerArt ‚Begabung fürdieFreundschaft‘, die seinganzesLebenbestimmt
hat“, einen Menschen von großer „[...] Musikalität, Bescheidenheit,
KonzilianzundFreundlichkeit, verbundenmitFleiß, einer ‚unermüdli-
chenMitteilsamkeit‘ undbedingungslosenTreuegegenüberdenen,die
er liebteundverehrte“.160
Zu seinem Vater Markus unterhielt Erwin zeit seines Lebens ein gutes
Verhältnis,161 ebensozuseinenSchwestern,wobeiEmmydenStatusder
Lieblingsschwester einnahm.162 Wenigergutkamder Jüngstemitdem
ErstgeborenenRichardzurecht,163 dessenGeschäftssinndiefinanzielle
Unterstützung,dieErwin seinemLehrerArnoldSchönbergangedeihen
ließ–etwa inFormvonüberdieVerlagsbuchhandlungbestelltenund
bezahltenNoten164 –einDorn imAugewar.
158 BarbaraNetscher:PersönlicheMitteilungandenVerfasser (E-Mail).Ronneburg.22.Feb.
2010.DasGrabbefindet sichamFriedhofWien-Döbling,Gruppe23,Reihe8,Nr.165.
159 MariaCharlotteSweceny:Brief anRobertundWalterStein (BesitzBarbaraNetscher,
Ronneburg). Hochrotherd. 2. Apr. 1945. Der Samstag war der 31. März; Loitfellner
nenntden1.April alsTodestag.
160 Brezinka: ErwinStein, S.9.
161 Vgl. ebd., S.15.
162 Vgl. ebd., S.16.
163 Ebd.
164 „DereigentlicheMäzenwarnatürlichSteinsVater [Markus,C.D.], dennalleSpenden
für Schönberg, die in den Jahren 1909 bis 1917 von Erwin Stein kamen, stammten von
dessenVater“ (ebd., S.24).
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik