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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts
6.4 DieGeschwister
6.4.1 RobertStein
Seit Mitte der 1930er Jahre, nach dem frühen Tod seines Vaters Richard
(1932)unddemseinesGroßvaters Markus (1935), führteRobertStein
dieGeschäftedesVerlags.Vieles in seinemWerdegangwiederholtedie
blendendeKarriere,die seinVatergemachthatte:Militärdienstbeider
k.u.k. Armee, Studium der Rechte mit Promotion, buchhändlerische
Ausbildung, Ämter in den einschlägigen Branchenvertretungen. Ähnlich
wie Richard Stein dürfte Robert sich des großen Schattens seines Va-
ters stets bewusst gewesen sein. Zahlreiche im Familienarchiv erhaltene
Briefe167 geben über das Verhältnis der beiden Auskunft und zeich-
nen das Bild eines einflussreichen, strengen bis manipulativen Vaters
und eines Anerkennung heischenden, zur Übererfüllung der väterlichen
ErwartungenneigendenSohnes.
GleichwohlgelangesRobertStein,denVerlagmithilfe seinerMitar-
beiternichtnureinigermaßenunbeschadetüberdas „DritteReich“zu
bringen (vgl. Kap.6.5), sondern auch, ihn nach 1945 binnen Kurzem
zu seiner Bedeutung für die österreichische Rechtswelt zurückzuführen.
AuchanderNeuordnungdesösterreichischenBuchhandelsnach1945
warermaßgeblichbeteiligt.168
Robert Kurt Stein wurde am 30. Juni 1899 in Wien geboren. Der
neueStammhalterkamgenauneunMonatenachderHochzeit zwischen
seinemVaterRichardundderLeipzigerVerlegerstochterFriedaKlink-
hardt (vgl. Kap.6.3.2) als erstes von insgesamt fünf Kindern zur Welt.
Schulzeugnisse imFamilienarchivzeigen,dassRobertamAkademischen
Gymnasium– imGegensatzzuseinemVater–eineherdurchschnittli-
cherSchülerwar.169 Obdiesauch inderFamilie soempfundenwurde,
ist nicht bekannt, es ist aber wahrscheinlich, dass die Zensuren des
SohnesdemehrgeizigenVaterAnlass zuKritikgaben.
1917, im vorletzten Kriegsjahr, rückte Robert – im selben Alter wie
zwei Jahre zuvor der um zwei Jahre ältere Alexander Lernet – als
167 Viele davon hat Mumelter dokumentiert (Mumelter: Die Geschichte des Verlagshauses
Manz, S.169ff.).
168 Vgl. Schriftleitung der Österreichischen Juristen-Zeitung: Dr. Robert Stein [Nachruf].
In:Österreichische Juristen-Zeitung16(1970),S.1, beinahewortgleichMumelter:Die
GeschichtedesVerlagshausesManz, S.205.
169 Vgl. ebd., S.169.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik