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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 373 -
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6.4 DieGeschwister „Einjährig-Freiwilliger“mitdemk.u.k.GebirgsartillerieregimentNr.2170 ein und kämpfte in Südtirol. Die Monatean der Front werden begleitet von den Briefen des Vaters, der ihn zum „Durchhalten“ anhält, dem 18-Jährigen jeglicheKorrespondenz(diejenigemit ihmausgenommen) verbietet, um Ablenkung von ihm fernzuhalten, dessen Lektüre aus- wählt171 und überhaupt seine Besorgnis um den Sohn in Ermahnungen und Ratschläge aller Art – bis hin zur Kritik an dessen Briefstil und Orthografie–kleidet.RobertsBruderWalter sorgtdafür, dass ernicht – wie der Vater meint – mit seiner Zigaretten-Ration auskommen muss, SchwesterLotteversorgt ihnmitLektüre.Stellvertretend–unddurchaus bezeichnend– fürdiezahlreichenbeiMumelterwiedergegebenenBriefe Richards an Robert sei folgende Stelle wiedergegeben: „Kränke Dich nicht, wenn ich Dir in diesem Brief auch unangenehme Dinge sagen muß, aber nur so handle ich in Deinem Interesse, die Liebe musst Du dahinter fühlen[...]“.172 ZurückausdemKrieg,nahmRobertStein–auchhier seinemVater folgend,der freilichkeinenFrontdiensthatteverrichtenmüssen173 –das Studium der Rechte an der Universität Wien auf, das er ebenfalls mit derPromotionabschloss.Es folgtediepraktischeSeitederAusbildung alsBuchhändler-undBuchdruckerlehrling,u.a. inLeipzigbeiPhilipp Reclam jun., beiBruckmann inMünchenundF.Rieder&Cie inParis.174 AlsRichardStein1932starb,warRobert33Jahrealt, hervorragend ausgebildet und bestens vorbereitet für die Übernahme des Familien- unternehmens – die freilich unter schwierigen Bedingungen erfolgte, 170 MöglicherweiseverwehrtendemjungenMannseineZensurendenEintritt indie „noble- re“ Kavallerie, bei der auch sein Vater Dienst getan hatte. Das 1908 errichtete k.u.k. Gebirgsartillerieregiment Nr.2 hatte seinen Stab in Brixen. Regimentskommandant war HeinrichPaulgerg (vgl.M.Lorenz:Österreich-UngarnsbewaffneteMacht1900–1914. URL:www.mlorenz.at, abgerufenam25.Februar2011). 171 „Strindberg zu lesen halte ich für viel zu früh [...]“ (Richard Stein: Brief an Robert Stein. Wien. 16. Aug. 1918 [zit. nach Mumelter: Die Geschichte des Verlagshauses Manz, S.174FN472].) 172 Richard Stein: Brief an Robert Stein. Wien. 13. Juli 1917 (zit. nach ebd., S.175 FN 476). Gegenüber seiner Mutter kann Robert Stein sein Visier ein wenig öffnen und von seinem„nicht sehr feste[n]Selbstvertrauen“ sprechen unddavon,dass er einBildvon ihr und seiner kleinen Schwester „Lottel“ neben dem Kopfkissen hat (siehe ebd., S.172 FN463f.). 173 AlsLeutnant derReserveversahder zuKriegsbeginn43-jährige RichardStein Dienst an der „Heimatfront“, u.a. als Militärischer Leiter der Gruppe „Kriegsliteratur“ der Kriegsausstellung Wien 1916(Permanenzkarte Nr.320 fürHerrn Leutnant Dr. Richard Stein,SteinFA). 174 Vgl. dazuMumelter: DieGeschichtedesVerlagshausesManz, S.176ff. 373
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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