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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts
schließlich litt dasHausnoch immerunterdemWegfall derAbsatzge-
bietenachAuflösungderMonarchieundderdamit einhergegangenen
Schrumpfung desVerlagsprogramms. Auchdie Editionen französischer
Klassiker, mit denen sein Vater den Verlag in den zwanziger Jahren über
dieWirtschaftskrisegebrachthatte, stagnierten imAbsatz.AlsRoberts
GroßvaterMarkus imMai1935seinemSohnRichard indenTod folg-
te,wurdeRobertSteinAlleingeschäftsführer. Ihmbliebenknappedrei
Jahre, den Verlag zu leiten, bis er nach dem „Anschluss“ als „Misch-
ling 1. Grades“ gezwungen wurde, seine Tätigkeit zumindest offiziell
niederzulegen.175
Am 5. September 1937176 heiratete Robert Stein im niederösterreichi-
schenNaßwald(heuteSchwarzau imGebirge)dieausderSteiermark
stammendeMariaTeichmann(1905–1990).DerEheentsprangendie
KinderElfi (1938–1953),Christine (*1939)undFranzRichard(1944–
2005).
NachdemZweitenWeltkriegnahmRobertSteingemeinsammit sei-
nemBruderWalterunddenverbliebenenMitarbeiterinnenundMitar-
beiterndenWiederaufbaudesVerlags inAngriff.177 Einerderersten–
undanhaltendsten,dieZeitschrift existiertnochheute–Verlagserfolge
wardieÖsterreichische Juristen-Zeitung, kurzÖJZ.Bereits imMai1945
führte Robert Steindie ersten Gespräche und gewann schließlich Franz
HoheneckeralsSchriftleiter.178 EinegewisseGenugtuungmagdieEigen-
tümerfamilie, die selbst vonBerufsverbotenundArisierungspolitikder
Nationalsozialisten betroffen gewesen war, bei Publikation der Werke
Gesetz über die Erfassung arisierter und anderer entzogener Vermögen-
schaften (Heller/Rauscher/Baumann1946)undWiedergutmachung in
Arisierungsangelegenheiten (Loeb1946)179 empfundenhaben.180
175 Vgl.Kap.6.5.
176 BarbaraNetscher:PersönlicheMitteilungandenVerfasser (E-Mail).Ronneburg.26.Apr.
2011.
177 In seinerFestredezum100.Firmenjubiläumam25.Mai1949würdigteRobertStein
seine Mitarbeiter und blickte vorsichtig optimistisch in die Zukunft: „Wir alle wünschen
unseinebessereZukunft.NichtderÜberflußaus jener sagenhaftenBackhendlzeit ist
es, nachdemwirunsalle sehnen, sondern jenesMindestmaßvonSicherheit, Freiheit
undeigenstaatlicherOrdnung,dasdieVoraussetzungdafür ist, daßunsunsereArbeit
sinnvoll erscheint“ (R.Stein: Festrede100JahreManz,S.20).
178 Vgl.Mumelter:DieGeschichtedesVerlagshausesManz, S.198.
179 Vgl.ManzGmbH(Hrsg.): 150JahreManz, S.23.
180 ZuRobertsSteinsBedeutung fürdenVerlagnach1945vgl.Mumelter:DieGeschichte
desVerlagshausesManz, S.196ff.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik