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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 379 -
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6.5 Nachdem„Anschluss“ Emmyv.SaxundFrauHeleneWingergeboreneStein indieWege zu leiten beschlossen haben. – Eine definitive finanzielle Auseinan- dersetzung ist zummindesten [...] imgegenwärtigenAugenblick, wo die wirtschaftlichen Auswirkungen des Umbruchs auf unsere Firmanochnicht zuübersehensind,naturgemässnichtmöglich. – WirbeabsichtigendaherdieLösungdieserFragemeritorischeinem späterenZeitpunkt vorzubehalten.203 Zwei Tage später, als – wie sich später herausstellt, irrtümlicherweise204 – davon ausgegangen werden muss, dass auch Roberts Halbbruder Otto „Volljude“ ist, schreibtRobertSteinanHaider: Jedenfallsmüssenwir sobaldals irgendmöglich soweit kommen, dass wir bei den immer wieder an uns herantretenden Anfragen über die Konstruktion unserer Firma das Ausscheiden sämtlicher nachdenNürnbergerGesetzen jüdischerTeilhaberals tatsächlich invollemZugebefindlichwahrheitsgemässangebenkönnen.205 Zielmussteesnunalso sein,dienochanderFirmabeteiligten „volljü- dischen“GeschwisterEmmyundHeleneauszubezahlenbzw.ausdem Register zu löschen: „Die Inhabung der Firma würde dann aus einer vollarischen Mutter mit ihren 4 nach Nürnberger Gesetzen halbarischen Kindern bestehen.“206 Erwin und Paula waren bereits nach dem Tode ihres Vaters Markus (1935) ausbezahlt worden. Als Gesellschafterin auf- genommenwerdensolltehingegendieMutterFriedaStein-Klinkhardt, nach den „Nürnberger Gesetzen“ eine „Arierin“. Die frühe Scheidung von ihrem Mann Richard Stein wirke sich in diesem Zusammenhang sogargünstigaus,hoffteRobertStein: Bemerkt sei, dass meine Mutter nach den Nürnberger Gesetzen heute den Vorzug hat von unserem Vater bereits im Jahre 1920 rechtsgültig getrennt zu sein. – Dies hat ihr gewissermassen ihr 100%iges Vollariertum bis in die frühesten Jahrhunderte trotz ihrer EhenachdenNürnbergerGesetzenzurückgegeben.207 203 RobertStein:Brief anHansHaider (SteinFA).Wien.22.März1938. 204 EinBriefRobertSteinsandenRechtsanwaltErnstGeutebrückenthältdieBemerkung, dassOttoSteininderZwischenzeit„arisiert“wordensei;ders.:BriefanErnstGeutebrück (SteinFA).Wien.24.Nov.1941. 205 Ders.:Brief anHansHaider (SteinFA).Wien.24.März1938.OttoStein,derHalbbruder, wurde schließlichausbezahlt. 206 Ebd. 207 Ebd. 379
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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