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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts 6.6.4 EndeeinesExperiments Wieeingangserwähnt,wardieEhezwischenLotteundOttoC.Sweceny vongroßerLiberalitätunddemAnspruchaufUnabhängigkeit geprägt. DasbestätigensowohlNichteundNeffeLottes,BarbaraNetscherund MarkusStein,alsauchBriefe imFamilienarchiv.AnLernet schreibtLotte einmal (da istdieTrennungvonO.C. schonvollzogen): Peterund ichhabenvonallemAnfanganbewußtkeinenWert auf die sogenannte Treue, im körperlichen Sinn, gelegt, also die Un- treue mit keiner Schuld belastet, was leidernicht hindert, daß der anderedarunter leidenkann,aberdassindschlechteGewohnheiten die zuunterdrückensind.280 Im Sommer 1938 – im selben Zeitraum nehmen Alexander Lernet- HoleniaundLotteSweceny ihrenBriefwechsel auf–kamesdannzwi- schen den Ehepartnern immer häufiger zu Auseinandersetzungen.281 Von einem Sommerfrische-Aufenthalt am Attersee schreibt Lotte am 15. August an ihrenMann,derberufsbedingt inWienzurückgeblieben ist: Wenn Du sagst, neulichbei dem nächtlichenStreit: „Du sollst aber nicht gegen mich ankämpfen“, oder mit anderen Worten: „vertrau’ mir ich will auch Dein Bestes Dir ja nie schaden, auch wenn ich einmaletwas scharfbin,DusollstDichnichtwehren,ob ich recht oder unrecht habe – wirklich tu ich Dir ja nichts, im Gegenteil.“ Eine Einstellung von Dir, die der wirkliche Sinn dessen ist, daß Du leicht erklärst, ich nörgle fort an Dir herum (selbst wenn es gar nicht wahr ist), nur weil ich auch nicht das Gegenteil tue, Dich unbedingt anerkennen. Unser Vater, der ist gut, gut ist alles was er tut.Richtigverstanden,hat auchernichtgemeint, daßer immer recht hat, aber, daß er sich nicht zu verteidigen brauchte. Lieber, es istmir soklar,daßmeinLebenviel, viel einfacher fürmichwäre, könnte ichvertrauend die Verantwortung für michDir überlassen. Ichkannesnichtundwerdees, so lange ichnichtkaputtbin,nie 280 LotteSweceny:UndatiertesBriefkonzeptanAlexanderLernet-Holenia (SteinFA). 281 KurznachdessenEmigration imAugust1938schreibtLotteSwecenyan ihrenengen FreundHansA.Vetter: „Ichhabe,wieessoganztragischausgeschauthat,mirvorgesagt: wenn’s gut ausgeht mach ich eine große Seereise – im Dezember geht ein deutsches Schiff in 6 Wochen langer Reise nach Indien. [...] Ich schlafe jetzt immer im Wohnzim- mer am Diwan“ (Maria Charlotte Sweceny: Briefkonzept an Hans [A. Vetter] [SteinFA]. o.O. [Wien]. o.D. [Herbst1938]).DieSeereiseunternahmsiedann tatsächlich, aller- dingsnichtnach Indien, sondern indieKaribikunddieUSA–und inBegleitungvon AlexanderLernet-Holenia (vgl. S.32ff.). 394
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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