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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 395 -
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6.6 MariaCharlotteStein (verh.Sweceny) können, das hat aber gewiß nichts mit Deinem Wert zu tun, der wäre vorhanden, aber ich, ob ich will oder nicht, gäbe jede Basis für irgendwelcheSelbstachtungauf, das,worauf ich,nichtobder Leistung, sonderndesPrinzipeswegen, ich stehe fürmichein, stolz binund ichbrauche, auchwennesnichtganz leicht erkämpft ist, meine Selbstachtung heute dringender denn je. Und Dir, geschieht Dir einUnrechtdamit?–Duhast immerehereinenKerl zurFrau habenwollenals einbravesWalperl.282 Aufschlussreich ist der Bezug Lotte Swecenys auf ihren Vater Richard Stein,dessenAnspruchaufUnterordnungsiehieralsmit ihrerSelbst- achtungunvereinbaranführt.283 BeiOttoC.Sweceny,densieals „nobler u. selbstloser als die meisten anderen Menschen“284 schildert, konnte siemitToleranzundRespekt rechnen. Ob die Beziehung zu Lernet-Holenia Folge oder Auslöser der Ehekrise war,warnicht festzustellen(und tut letztlichnichts zurSache).Mehrere Konzepte,die sichdurchdenZusammenhangaufdenOktober1939– dieZeit, zuderLernetvom„Polenfeldzug“zurückkehrt–datieren lassen, dokumentieren jedenfalls für diesen Zeitraum eine erneute schwere Krise zwischen den Eheleuten Sweceny; man lebt getrennt, Freunde legendieScheidungnahe. In Dubrovic’ Hommage an den Kreis von Hochrotherd ist von all dem freilich nichts zu lesen. Das Verhältnis Lotte Swecenys mit Alexander Lernet-Holenia blieb jedoch auch auf den Freundeskreis nicht ohne Auswirkung, ja, es spaltete ihnerwartungsgemäß inzweiLager: eines, das für LottePartei ergriff, undein anderes, das es mit ihrem Ehemann hielt. Es ist auch ganz ohne Zweifel, daß Peter durch seinen aufregenden Beruf derjenige von uns beiden ist, der den größeren Anspruch auf Nachsicht hat, und speziell Anspruch aufRücksichtnahme von meinerSeite.Es istEuch janichtmöglichzubeurteilenob ichdie auchübe– Ihrmeint jedenfallsnachdemwas Ihr zubeobachten Gelegenheithattet,nichtgenügend. [...] fragt sichnurob ichnicht auch gerade von meinen Freunden Nachsicht erwarten kann, denn 282 Maria Charlotte Sweceny: Brief an Otto C. Sweceny (SteinFA). o.O. [Attersee]. 15. Aug. 1938.Walperl (österr. ugs.)=schutzbedürftiges, naivesGeschöpf. 283 In einem Briefkonzept schreibt sie auch davon, dass ihre Mutter Frieda Stein unter dermangelndenEmpathiefähigkeit ihresMannes sehrgelittenhabe(MariaCharlotte Sweceny: Briefkonzept anWalter Stein [SteinFA].Wien. o.D. [nachEndeJuni 1945]). 284 LotteSweceny:UndatiertesBriefkonzeptanAlexanderLernet-Holenia (SteinFA). 395
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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