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Algorithmuskulturen - Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
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Dominique Cardon132 von Macht und Hegemonie im Web, über die Formung und Ausrichtung von Information online, abverlangen. Die verschiedenen im Web implementierten Rechentechniken weisen große Unterschiede auf, die aber oft durch den Vereinheitlichungseffekt der Algorithmen verwischt werden. Tatsächlich gibt es eine riesige Vielfalt an Ordnungs- und Klassifizierungsprozeduren: die Suchrankings von Google, die Reputationsmetriken der sozialen Netzwerke, Techniken des kollaborativen Filterns, die ›programmatische‹ Werbung des ›Bietens in Echtzeit‹ (Real-Time Bidding = RTB) und die mannigfaltigen Techniken des ›Maschinenlernens‹, die sich unter den von ›Big Data‹ verwendeten Kalkulationen immer weiter ausbreiten. Auch möchten wir mit unserer Erklärung der unterschiedlichen Rechentechniken im Netz die digitalen Welten beschreiben können, die sie entstehen lassen, jede von ihnen ihrer eigenen individuellen Logik folgend. Designer delegieren Werte und Ziele an Computerobjekte, die »kognitive Artefakte« (Norman 1991) verantwortlich machen für Betriebsprozesse und Entscheidungen, für Autorisierung und Prävention, für Klassifizierung und Orientierung (Winner 1980; Introna/Nissenbaum 2000). Ihre Entwicklung hat nach und nach technische Lösungen integriert, die eine breite Palette an Problemen im Zusammenhang mit Statistik, Nutzung, Gesetzen, Märk- ten usw. angehen können, die auf diversen Entwicklungsstufen auftauchen. Zudem möchten wir den Zusammenhang zwischen der »Existenzweise« des technischen Objekts (Simondon 1989) und den Regimen des Engagements untersuchen, die bestimmte Handlungsweisen, Hierarchien und Formen der Repräsentation in der sozialen Welt bedingen und vorantreiben (Introna 2011). Vier tyPen der berechnung Zur Vereinfachung der Probleme bei der Klassifizierung von Online-Infor- mation kann man vier Typen algorithmischer Berechnung im Ökosystem des Webs unterscheiden (vgl. Abb. 5.1). Bildlich gesprochen bestimmen wir die- se vier Gruppen im Hinblick auf die Stelle, die sie bezogen auf die Welt, die sie jeweils beschreiben wollen, einnehmen. Wie in Abb. 5.1 zusammengefasst kann man sich die Position der Berechnungen als neben, oberhalb, innerhalb und unterhalb der Masse an digitalen Online-Daten vorstellen. So sind, erstens, Messungen des Publikums neben dem Web angesiedelt, wo sie die Klicks der Internetnutzer quantifizieren und die Popularität von Webseiten bestimmen. Zweitens gibt es die Klassifikationsgruppe, die auf PageRank basiert, dem Klas- sifizierungsalgorithmus, der der Google-Suchmaschine zugrunde liegt. Sie ist oberhalb des Webs lokalisiert, weil diese Berechnungen über die Autorität von Webseiten auf der Basis der mit ihnen verbundenen Hypertextlinks entschei- den. Drittens gibt es die Messungen der Reputation, die sich in den sozialen
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Algorithmuskulturen Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
Titel
Algorithmuskulturen
Untertitel
Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
Autor
Robert Seyfert
Herausgeber
Jonathan Roberge
Verlag
transcript Verlag
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-3800-8
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
242
Schlagwörter
Digitale Kulturen, Medienwissenschaft Kultur, Media studies, Technik, Techniksoziologie, Kultursoziologie, Neue technologien, sociology of technology, new technologies, Algorithmus
Kategorie
Technik
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