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Algorithmuskulturen - Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
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7. Algorhythmische Ökosysteme Neoliberale Kopplungen und ihre Pathogenese von 1960 bis heute Shintaro Miyazaki Wenn man Algorithmuskulturen, funktional-neutral betrachtend, auf reinen und sauberen Netzwerken, Hardware und Datensystemen beruhend theoreti- siert, kaschiert man leicht deren schmutzigere, dunklere, dysfunktionale und pathologische Seite. Diese negativen Aspekte werden zu oft heruntergespielt, gehören aber sicherlich auch zu den Kulturen, an denen Algorithmen opera- tiv beteiligt sind. Eine Untersuchung von Algorithmen, die das Augenmerk auf diese kulturellen Aspekte richtet, sollte nicht nur menschengemachte Wel- ten und Kulturen mit einbeziehen, sondern auch die wichtigen Perspektiven nicht-menschlicher Handlungsfähigkeit (agency), die zwar tatsächlich von Menschenhand gemacht ist, jedoch eine Effektivität erreicht hat, die weit über die menschliche Kultur, Kommunikation und Ästhetik hinausgeht; selbstorga- nisierte technologische Prozesse sind ein Beispiel. Wenn man die Idee von Kultur auf das Denken in Ökosystemen ausdehnt, so führt dies auch zur pa- thologischen Seite der Algorithmuskultur. Hinzu kommt, dass ein Ökosystem in der Regel als lebendiger, komplizierter und empfänglicher für Veränderun- gen und Reize erachtet wird als eine Kultur. Seine vielen Handlungsträger operieren zwischen Kontrolle und Nicht-Kontrolle. Algorithmische Ökosyste- me bestehen demnach aus Menschen und Nicht-Menschen, beziehungsweise aus Nicht-Maschinen und Maschinen, die ständig Signale austauschen, nicht nur untereinander, sondern auch mit ihren Umgebungen und ihren Objekten, Prozessen, Materialien und Körpern. Solch ein offener Ansatz harmoniert gut mit MacKenzies Konzept des Agencement (Gefüge von Handlungsinstanzen) als »Kombinationen aus Menschen, materiellen Gegenständen, technischen Systemen, Texten, Algorithmen und so weiter« (2009: 4). In diesem Sinne wird im Folgenden der erste von insgesamt vier Abschnit- ten den Begriff »Algorhythmus« erklären, ein Neologismus, der nicht nur ein spezifisches und gleichzeitig weitreichendes Verständnis algorithmischer
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Algorithmuskulturen Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
Titel
Algorithmuskulturen
Untertitel
Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
Autor
Robert Seyfert
Herausgeber
Jonathan Roberge
Verlag
transcript Verlag
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-3800-8
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
242
Schlagwörter
Digitale Kulturen, Medienwissenschaft Kultur, Media studies, Technik, Techniksoziologie, Kultursoziologie, Neue technologien, sociology of technology, new technologies, Algorithmus
Kategorie
Technik
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