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Algorithmuskulturen - Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
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Oliver Leistert218 imperien der sozialen Medien geworden. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden (Greenwald 2014) ist bekannt, dass und wie diese Plattformen einen wesentlichen Anteil am Überwachungs-Gefüge (Haggerty und Ericson 2000) haben, das sich aus unzähligen heterogenen Datenbestände speist (Lyon 2014), um Erkenntnisse durch Mustererkennung und Korrelationen von Daten zu ge- winnen. Eines der Probleme, das durch diese neuen algorithmischen Regime ak- tuell geworden ist, sind die Auseinandersetzungen darüber, durch wen und wie die gesammelten Daten verwertet werden dürfen. Dies bleibt vorerst eine Konfliktlinie echtem globalen Ausmaßes, die sich durch zahllose politische und auch juristische Prozesse ausdrückt. Ein wichtiger Aspekt dabei bezieht sich auf die zunehmende Privatisierung von Kommunikation, bei der das all- tägliche Gemurmel von Millionen von Menschen zum Eigentum der Platt- formbetreiber mutiert. Dieser Aspekt ist als »digitale Einhegung« (Andrejevic 2007) bezeichnet worden, und meint die Übernahme (Einhegung) ursprüng- lich nicht-privatisierter Kommunikation für das Data Mining und den Daten- verkauf an Dritte. Zusätzlich jedoch wirkt sich das so Eingehegte auf die Be- nutzer aus, da zum Mining und Verkauf der Daten dieselben notwendig streng präformatiert sein müssen: eine Präskription, die sich auf die Äußerungsbe- dingungen und das Sagbare überhaupt auswirkt. Diese Machtformation ist weich und verläuft gern unterhalb der Wahrnehmung. Dass Zensur hier meist nur durch die Nutzungsbedingungen geregelt wird, zeigt an, welche Macht über das Sagbare diese Konzerne in digitalen Kulturen gewonnen haben. Es ist dieses Auftauchen von globalen Datenbank-Imperien wie Facebook inner- halb weniger Jahre, das natürlicherweise alle möglichen Interessenten auf den Plan ruft, die ihren Anteil an den gespeicherten Daten fordern, auch jenseits von offiziellen Shareholdern, Überwachungsagenturen und Werbefirmen. Aus diesem Grund sind Social Bots nur als ein weiterer integrierter Interessent zu sehen, der sich in die Reihe derer einreiht, die Zugang zum verdateten Gewebe sozialer Relationen suchen und fordern. Dies erklärt u.a. warum Twitter zu einer wahren Botsphäre geworden ist. Im Jahre 2014 hat Twitter zugegeben, dass ungefähr 8,5  % aller Accounts auf Twitter Bots zuzuordnen sind. Dies entspricht rund 23 Millionen in absoluten Zahlen, auf die nochmals 5  % reine Spambots kommen (Goldman 2014). jenseits Von legal und illegal: KommerZielle Plattformen bereiten den bots ihren Weg Um das massenhafte Erscheinen von Bots auf kommerziellen Plattformen wie Twitter oder Facebook zu untersuchen, sind die Rechtsdiskurse, die, wie Mi- chel Foucault (2016) gezeigt hat, stets moralisch sind und auf Kontrolle abzie-
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Algorithmuskulturen Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
Titel
Algorithmuskulturen
Untertitel
Über die rechnerische Konstruktion der Wirklichkeit
Autor
Robert Seyfert
Herausgeber
Jonathan Roberge
Verlag
transcript Verlag
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-3800-8
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
242
Schlagwörter
Digitale Kulturen, Medienwissenschaft Kultur, Media studies, Technik, Techniksoziologie, Kultursoziologie, Neue technologien, sociology of technology, new technologies, Algorithmus
Kategorie
Technik
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