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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Seite - 174 -
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174 ImNamenderEmanzipation »Wenn ichüberdie letztenDiskussionennachdenke,wodoch immerwie- derdereineoderandereKollegemeint,naja,dasisteinKriegdesIslam,die Redaktionsmehrheitdannaber festhält, naMoment,derHerrMohammed Mahmoud2 isteindurchgeknallterWiener, stellt irgendwasBlödsinniges in denRaum,vertrittabernichtdie islamischeGemeindeÖsterreichs.« (E2m) Zusammenfassend lassen sichdrei Erkenntnisse ausdemhier dargestellten Material ableiten.Erstens:DerTopos ›KriegundTerror‹ ist fürdiemuslimi- scheFrage inÖsterreichhöchst relevant.Das lässt sich sowohl anderHäu- figkeit als auch an der Qualität der Verweise ablesen. Die entsprechenden Diskurselemente sind starkdurchweltpolitischeEreignisseundDynamiken vermittelt, die auf hier lebendeMuslimInnen »abfärben«,wie es eine Jour- nalistin nennt. Zweitens wird von fast allen befragten JournalistInnen be- stätigt, dass die Verknüpfung vonKrieg undTerrormit dem IslamzurVe- randerungbzw.zurDämonisierungvonMuslimInneninÖsterreichbeiträgt. Dieindersozial-undkulturwissenschaftlichenForschungfestgestellte ›Mus- limisierung‹ von kulturell abgewertetenMinoritäten, die bis in die 2000er Jahreals ›Ausländer‹ oder ›Türken‹ identifiziertwurden,wirdalswirkmäch- tig erkanntundexplizitmitdiesemTopos inVerbindunggebracht.Drittens schließlich,unddas istwohldasbemerkenswertesteErgebnis, spieltderTo- posfürdasSelbst-undWeltverständnisderbefragtenJournalistInnennurei- nesehrschwacheRolle. ImAlltagsverstandderhierbefragtenIntellektuellen wirddieVerbindungvonKriegundTerrormitdemIslamundhier lebenden MuslimInnenüberwiegend als Problemwahrgenommen,demes entgegen- zuwirken gelte.Der Topos spielt also in der Einschätzung der JournalistIn- nen sehrwohl eine großeRolle in der Abwertung oderDämonisierung von MuslimInnen, sie selbst zeigen sich jedoch bemüht, die damit verbundene Konstruktiondes/dermuslimischenAnderennichtzureproduzieren.Daraus lässtsichschließen,dassderToposKriegundTerrorfürdieReproduktionei- nes links-liberalenantimuslimischenRassismusinÖsterreicheinegeringere Rolle einnimmt, als das etwa für Großbritannien oder die USA festgestellt wurde. 2 MohammedMahmoudistbzw.wareinWienerSalafist,derbereits2007wegenMitglied- schaft in einer terroristischen Vereinigung zu einermehrjährigenHaftstrafe verurteilt wurdeundsichnachseiner FreilassungderTerrormiliz »IslamischerStaat« inSyrienan- schloss.Er soll imNovember2018beieinemLuftangriff inSyrienumsLebengekommen sein.
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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