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aus.DasAuftretengegenMoscheebautenundinsbesonderegegendieErrich-
tungvonMinaretten[…]isteinwesentlicherBestandteilfreiheitlicherPolitik«
(Liebhart2015: 95).Das»Islam-Thema«ist inderösterreichischenParteipoli-
tik also seitmindestens einem Jahrzehnt engmit der FPÖverknüpft.Diese
VerbindungwurdeauchindenInterviewsvielfachundvonmehrerenRedak-
teurInnenbetont.Daswird schonallein anderAnzahl derErwähnungen in
den Interviewsdeutlich. Insgesamt 47Malwurde eineAussage imGesamt-
materialmitdemCode›ParteipolitischeInstrumentalisierung‹versehen,um
eineReferenzaufeineösterreichischeParlamentsparteioderaufeineneiner
solchenzugeordnetenPolitikerzumarkieren.FastzweiDritteldieserCodie-
rungen– 30 von 47 – entfallen auf die FPÖ.Die konservative ÖVP kommt
zwölfMalvor,SPÖundGrünewerdennurdreibzw.zweiMalerwähnt.
Weitgehende Einigkeit besteht unter den Befragten bezüglich der star-
kenPositionderFPÖindiesemFeld.IhrepolitischenPositionen,Kampagnen
undöffentlicheKommunikationwerdenalswesentlich für die starkepoliti-
scheAufladungdesThemenfeldeswahrgenommen.Danachgefragt,worauf
er die gestiegene Bedeutung desThemenfelds ›Islam undMuslime‹ in Ös-
terreichzurückführt,antworteteeinBefragteretwa:»SicherderFaktorFPÖ.
Sicher der… ›Pummerin stattMuezzin‹ und derartigeWahlkämpfe, sicher-
lich« (F1m).Unterschiede bestehen jedoch hinsichtlich der konkretenRolle,
die der FPÖ in diesem Prozess zugeschrieben wird. Hier können drei Ar-
gumentationslinien identifiziertwerden.ErstenswirddieFPÖinsbesondere
unterdemVorsitzendenHeinz-ChristianStracheals ›Übersetzerin‹ derglo-
balen, im vorangegangenenAbschnitt dargestelltenVerknüpfung von Islam
mit Terror, Krieg undExtremismus dargestellt. Someint ein Journalist auf
dieselbeFrage:
»Ichmeine, 9/11 und dieseDinge, undAfghanistan und…dawaren diese
LänderundThemen,dievorherwenigoderkaumeineRollegespielthaben,
plötzlichsehrpräsent.Und,ähm,dannistdasauchtransportiertwordenin
die innenpolitischeDiskussionüberdie FPÖ. Ichglaub’ schon, dassdas ei-
gentlichüberdieseSchiene sehr stark…Unddannwarhaltdie Folge,dass
mansichmitdemThemaauseinandergesetzthat.« (G2m)
Ein anderer Befragter sieht ebenfalls ein »Ausnutzen« diesesThemasdurch
die FPÖauswahltaktischenGründen.Die Berichterstattung der Zeitschrift
rekapitulierend, fürdieer selbst schreibt,meinter:
Im Namen der Emanzipation
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
- Titel
- Im Namen der Emanzipation
- Untertitel
- Antimuslimischer Rassismus in Österreich
- Autor
- Benjamin Opratko
- Verlag
- transcript Verlag
- Ort
- Bielefeld
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4982-0
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 366
- Schlagwörter
- Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
- Kategorien
- Weiteres Belletristik