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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Seite - 177 -
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5      »IslamgleichProblem« 177 »Ichglaubewirallehabenseit9/11wirklichvielerfahrenüberdenIslam.Also überdieLänder, indenender IslameineRollespielt,überdenIslamselbst, überdieRegeln,wieistdasjetzt,stehtdasimKoran,Dinge,diediemeisten Leutekaumüber ihreeigeneReligionwissen,werdenda jetztgedrehtund gewendet.Alsoichglaub’,dassdader Informationszugewinngroßwar.Wie danndiepolitischeAusrichtungist,natürlichwardasnichtschön,dassman dasdannauchbenutztfür ›Dahamstatt Islam‹undsowas.« (I2m) Eine zweite, sich teilweisemit der erstenüberschneidende,Erklärungsfigur siehtdie starke InanspruchnahmedesThemasdurchdieFPÖimGrundeals Tarnoperationfürdieschonlänger inderParteiverankerte»Ausländerfeind- lichkeit«. EinBefragter nannte in diesemZusammenhang einenweiter zu- rückliegendenWendepunkt: »DerAuslöserwar 1993HaidersAusländer-Volksbegehrenunddas Lichter- meer.DaswardiegroßeWende,daistdieThematikplötzlichansTageslicht getreten.UnddaswarschonvorStracheundvor9/11«. (J1m) Das›Ausländer-Volksbegehren‹warderHöhepunkteinerinsbesonderegegen GastarbeiterInnenund ihreNachkommengerichteten rassistischenKampa- gnederFPÖunterJörgHaider(Reisigl/Wodak2001: 144-204).UnterdemSlo- gan›Österreichzuerst!‹wurdenmehrals400.000Unterschriftengesammelt, zugleich formierte sicherstmals starker zivilgesellschaftlicherProtest gegen dieFPÖ.Das›Lichtermeer‹,einvonNGOsorganisierterProtestmarschgegen das FPÖ-Volksbegehren,mobilisierte bis zu 300.000Menschen zur größten DemonstrationinderGeschichtederZweitenRepublik(Foltin2004:227-229). Bemerkenswert ist,dassderbefragte Journalisthierdavonspricht,dass ›die Thematik‹ indiesemZusammenhang›ansTageslicht‹getretensei,wobei ›die Thematik‹ zuvor eindeutig als ›Islam‹ beschrieben wurde. Allen zeitgenös- sischenDokumentenund zeithistorischenAufarbeitungen zuFolge hat das Thema ›Islam‹ jedochweder imVolksbegehren der FPÖnoch in denMobi- lisierungendagegen eineRolle gespielt.Keine der imVolksbegehren aufge- stelltenForderungenerwähntMuslimInnenoderdenIslam,dieRolledes/der rassistischdefiniertenAnderenwirdeindeutigderFigurdes ›Ausländers‹zu- geschrieben.HierwirktdiederFPÖzugeschriebeneVerschiebungvom›Aus- länder‹zum›Muslim‹alsFigurdesAnderenoffenbarauchimAlltagsverstand des Sprechenden.DieserMechanismus konnte zumehrerenGelegenheiten in den Interviews beobachtetwerden–wir kommen indenKapiteln 6 und 7 darauf zurück.Der Zusammenhang von ›Ausländerfeindlichkeit‹ und an-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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