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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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188 ImNamenderEmanzipation Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass im untersuchten In- terviewmaterial starkeHinweiseaufeine relativ stabileÄquivalenzketteauf- gefundenwurden, die ›Islam‹ und ›Muslime‹metonymischmit ›Migration‹ und ›Ausländern‹ verknüpft.Dabei ist bemerkenswert, dass dieseVerknüp- fungdieFigurdes/dermuslimischenAnderenalsChiffre für ›den/dieAnde- re‹bzw.›den/dieFremde‹überhauptkonstruiert.Dieswirdvonmanchender Befragten auch reflektiert und als Problemangesprochen.So berichtet eine JournalistinvonKonflikteninnerhalbderRedaktion,diesichangenaudieser Frageentzünden: »UnddaistauchwirklichderSatzgefallenvoneinemKollegen: ›Tragendie jetzt ihreKonfliktezuunsundzündendieAutosan?‹Woganzklarist–›die‹, ›zuuns‹–dassderIslamgarnichtalsetwasgesehenwird,waszuÖsterreich dazugehörtundetwasklassischösterreichischesauch istundauchvorden Gastarbeiterwellenschonwar. Sondernwo immernochdieses, eben,diese Verknüpfung›Islam‹und›Migration‹ganzstarkpassiert.« (J2f) Häufiger lässt sich jedocheineunreflektierteReproduktiondieserVerknüp- fungbeobachten.AnzahlreichenStellenwirdinReaktionaufFragen,diesich aufdenIslamundMuslimInnen inÖsterreichbeziehen,wie selbstverständ- lichüber»Migranten«,»Migrantengruppen«,»MenschenmitMigrationshin- tergrund« oder »Ausländer« gesprochen. So brachte ein Journalist, auf die FragenachwesentlichengesellschaftlichenKonfliktfeldernzumThemaIslam, den»Ausländeranteil«unterStrafgefangenen inÖsterreichzurSprache: »Eine interessanteZahl ist ja, vonden8.000Strafgefangenen, rund8.200, istdieHälfteAusländer.Dasinddienichtmitgezählt,dieschoneingebürgert sind.DaseinmalalsArgumentzualldenen,diesagen›na,dasistjagarnicht wahr,namanmussdasnichtsosehen‹.Nagenausomussman’ssehen!Weil jederzweiteAusländer ist.« (B2m) Der JournalistnenntdannwiederumunterschiedlicheNationalitäten,die in österreichischenGefängnissenvertretenseien,besinntsichdannaberaufdie FrageundschließtdieEpisodeabmit:»Abernaja,Ihnengeht’s janurumdie Moslems« (B2m). DieserTopos ist engmitPraxenderEthnisierungvonMuslimInnenver- bunden, die in Kapitel 6.1.2 ausführlich behandelt werden. An dieser Stel- le genügt es,darauf hinzuweisen,dass anhanddesMaterials fürÖsterreich bekräftigtwerdenkann,wasFerruhYılmazals »commonknowledgeamong scholars of immigration and theFarRight« bezeichnet: »ThatMuslimshave
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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