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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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190 ImNamenderEmanzipation tive und stark belastende Tätigkeiten« (Hahn/Stöger 2014: 24-25). Insofern stehtder/diemuslimischeAnderenicht einfach für ›Migration‹ schlechthin. VermitteltüberdieFigurdes›Türken‹alsparadigmatischerArbeitsmigrantin Österreich transportiert er/sie schonseitden 1960er Jahreneineklassenspe- zifischeBedeutung,dienunauchaufdieFigurdes/dermuslimischenAnde- renübertragenwird.Daszeigtsich inPassagen,indenenbefragteJournalis- tInnenMuslimInnen inÖsterreich–oft beiläufig–hinsichtlich ihrer sozia- len Lage bestimmen. So charakterisiert ein Interviewpartner sie als »Wohl- standsmigration«von»anatolischenBilligarbeitskräften« (C2m),einweiterer kommentiertdieseinerAnsichtnachbesondershoheKriminalitätsrateunter muslimischenMännernmit: »Es hatwahrscheinlich damit zu tun, dass die MenschendiedaherkommenundmoslemischenGlaubenssind,oftzusozi- al schwachenSchichten gehören.« (B2m)MehrfachwerdenOrte undTätig- keitenaufgerufen,diewie selbstverständlichMuslimInnenzugewiesenwer- denundeinebestimmteKlassenpositionmarkieren:Die »Baugrube« (B2m), das»Schneiderkammerl« (B1m),die »Textilbranche« (C2m),der »Caterpillar- fahrer« (E2m)oderder»Mechaniker« (J1m),aberaucheinkommensschwache Stadtteile wie der 15. und 16.Wiener Gemeindebezirk (J1m; C1m) oder das GrazerGriesviertel (C1m).DieFigurdes/dermuslimischenAnderenstehtso- mitzugleich füreinenuntergeordnetensozialenStatus. DieseKonstruktionmussnichtunbedingtmitAbwertungeneinhergehen. Tatsächlich verarbeiten die Befragten hier die real existierende Klassenzu- sammensetzunginÖsterreich,dieNachkommenvonehemaligen›Gastarbei- terInnen‹weiterhin Tätigkeiten zuweist, diemit niedriger Entlohnung und geringer gesellschaftlicherAnerkennungverbunden sind.DerToposdes so- zialenStatus eröffnet aber auchdieMöglichkeit »klassenrassistischer«Arti- kulationen(Balibar1992a),wiesie insbesondereinderbundesdeutschenFor- schungzuantimuslimischemRassismuskritischanalysiertwerden.Soweist JulianeKarakayalı auf eine»EthnisierungsozialerKonflikte«hindie sich»in einerUmdeutungdersozialenMarginalisierungvonMigrantInnenausmus- limischgeprägtenLändern[…]  zueinemkulturellenProblem«ausdrücke(Ka- rakayalı 2012: 102-103).Diesfindet dort statt,wo ›der Islam‹ oder ›diemus- limischeKultur‹ zumwichtigstenerklärendenFaktor fürdie sozialeLage je- nerMenschenernanntwird,die alsmuslimischmarkiertwerden.Nichtdie UndurchlässigkeitderKlassengesellschaft,Diskriminierungoderrassistische Abwertung,sonderndieDefizitedesmuslimischenSubjektsgeltendemnach als ursächlich für fehlenden ökonomischen Erfolg (wir kommen in Kapitel 8aufdiesenAspekt zurück).FürDeutschlandwurdedieseKombinationaus
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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