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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Seite - 198 -
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198 ImNamenderEmanzipation ›Ausländer‹ gerichtet hatte. Bemerkenswert ist hier besonders die durchge- hendeDistanzierungvonrechtsdurchallebefragten JournalistInnen–auch durch jene, die der Partei inhaltlich durchaus zugestehen, ›reale Probleme‹ oder ›Integrationsdefizite‹ anzusprechen.Migration und Integrationwirkt als ToposinersterLiniedurchdie jüngereGeschichtederArbeitsmigrationnach ÖsterreichindiemuslimischeFrageein.DieFigurdestürkischen›Gastarbei- ters‹metamorphosiert imuntersuchtenDiskursfeldzunächsthistorischzum ›Muslim‹.ZugleichfindetaberaucheinemetonymischeVerkettung–eineAr- tikulation–von ›Migrant‹ und ›Muslim‹, ›Migration‹ und ›Islam‹ statt.Dies lässtsichanhandvonPassagenverdeutlichen,indenenaufFragennachMus- limInnen inÖsterreichmitnarrativenEpisodengeantwortetwird, indenen von unterschiedlichsten ›Migrationshintergründen‹ die Rede ist.Hier steht dieFigurdesmuslimischenAnderenalsChiffre fürdasFremdeüberhaupt.Der ToposStatus,BildungundKlasse istengmitdemvorherigenverknüpft,schreibt er doch die Geschichte der Arbeitsmigration vor allem türkischer ›Gastar- beiter‹ indieGegenwartmuslimischerPräsenz inÖsterreich fort.DieFigur des/dermuslimischenAnderenrepräsentierthiersozialtopologischalsonicht nur ein ›Außen‹ (›das Fremde‹), sondern auch ein ›Unten‹ (›das Schwache‹). Hier könnenParallelenmit der bundesdeutschenDiskussionumdiemusli- mische›Unterschicht‹gezogenwerden,wiesieinsbesondereab2010vonThi- loSarrazinangestoßenwurde.CharakteristischfürdasuntersuchteMaterial istjedoch,dassdievonSarrazinvertreteneNaturalisierungsozialerUngleich- heit vermiedenwird.Wirksam ist hier eher eineKulturalisierung, die (feh- lende)Bildung sowohl als individuellewiealskollektiveEigenschaftkonstru- iert undalsUrsache fürdieKlassensituationpost-migrantischerMuslimIn- neninÖsterreichannimmt.SchließlicherweisensichAuseinandersetzungen umGeschlechterverhältnissealszentraleAchseinderArtikulationdermuslimi- schenFrage.DerenbesondereBedeutungmanifestiert sich inderKonstruk- tion einesmuslimischenGeschlechterverhältnisses, das als besonders gewaltvoll und deshalb dem gesellschaftlichenmoralischen Konsens äußerlich darge- stellt wird.Dieser Topos ist am stärkstenmitWir-Sie-Konstruktionen ver- knüpft.Darin trifft sich die vorliegendeAnalysemit demForschungsstand, der die Zentralität von Geschlechterfragen betont. Die »Gleichstellung von Mannund Frau«, so etwaBirgit Rommelspacher,wird in diesenDiskursen zum »Prüfstein für die Akzeptanz des Islam in westlichen Gesellschaften« und weckt »so starke Emotionen« (Rommelspacher 2009c: 34) – unabhän- gig davon,wie es umdieDurchsetzung feministischer Forderungen in den jeweiligenGesellschaften tatsächlichbestellt ist.
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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