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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
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6      VonderKulturalisierungzurTemporalisierung 207 6.1.3      KulturalisierungalsGenealogisierung InseinemeinflussreichenAufsatz»GibteseinenNeo-Rassismus«beschreibt EtienneBalibar,wieinkulturalistischenModidesRassismus»Kultur«alseine »ArtundWeise«wirkt, »IndividuenundGruppenapriori ineineUrsprungs- geschichte,eineGenealogieeinzuschließen, ineinunveränderlichesundun- berührbaresBestimmtseindurchdenUrsprung« (Balibar 1992b: 30,Herv. i. O.).Dieses »genealogischeSchema«produziert eine symbolischeVererbung vonIdentität (Bojadžijev2016: 2239). IchgreifeaufdieseFormulierungenzurück,umeineweitereDimension der Veranderung zu kennzeichnen. Sie wird in ihrer antimuslimischen Ar- tikulation etwa in einemInterviewmit einemRedakteurdeutlich,derWert darauflegt,füreineQualitätszeitungzuarbeitenundnichtfüreineder»Kra- wallzeitungen«(J1m).AufdieFrage,welcheUrsachenerfürdieverstärkteBe- deutungdesThemasIslaminÖsterreichsieht,beschreibterGewaltunterJu- gendlichenalssteigendesProbleminösterreichischenStädten.DieseGewalt führt er auf »dasMachotumder jungenMuslime, Tschetschenen, Türken« zurück,undergänzt: »Und inmeiner Jugendhat’s auchBanden imParkge- geben,dahat’sauchAuseinandersetzungengegeben,abereswarnichtdiese ethnischeGrundierung,ethnisch-religiöseGrundierungda« (J1m).Hierwird einUnterschied zwischen ›österreichischer‹ und ›nicht-österreichischer‹ Ju- gendkriminalität und -gewalt eingeführt, der zugleich ethnischwie religiös bestimmtwird.Kriminalität ergibt sich indiesemBild ausmangelnderBil- dung, die wiederum auf die Kultur zurückgeführt wird: »Die Problematik, dassesganzwenigemuslimischeAufsteigergibt,oderzuwenige,sagenwir zuwenigemuslimischeAufsteiger imVergleichetwazudenasiatischen.«Es gehe ihm eben nicht um einen »Nationalcharakter«, sondern um regionale bzw. lokaleKulturen: »DieTürken,die stammenmehrheitlich–wobeidieersteGeneration jetzt schonwiederzurückgewandertistundsichdortHäuserbautundsoweiter– diestammenmehrheitlichauseinerzentralanatolischenProvinzoderLand- kreis […]unddortwareinbesondershoherAnalphabetismus,undbeiFrau- enwaren’süberhaupt70Prozent.UndBildungwirdebenauchvererbt.Und zwarnatürlichindemSinne:tradiert,nichtgenetischvererbt.« (J1m)3 3 DieAuslassungendienenderAnonymisierungdesInterviewpartners.
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Ă–sterreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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