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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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210 ImNamenderEmanzipation 6.2      DieTemporalisierungdes/dermuslimischenAnderen InderkritischenRassismusforschunghatdieOrientierunganbiologistischen Rassekonzepten– selbst dort,wo letztere als kulturell überformt analysiert wurden–dazugeführt, dass rassistischeVeranderunghäufigalsOperation der»Enthistorisierung«verstandenwurde.FürStuartHalletwawardenver- schiedenenRassismenderEffektder»Enthistorisierung«gemein: »Racisms […] dehistoricize – translatinghistorically specific structures into the timeless language of nature; decomposing classes into individuals and recomposing those disaggregated individuals into the reconstructed unities, the great coherences, of new ideological ›subjects.‹ It translates ›classes‹ into ›blacks‹ and ›whites,‹ economic groups into ›peoples,‹ solid forces into ›races.‹« (Hall 1980:57) Auch in der jüngeren Literatur zu antimuslimischemRassismus und Isla- mophobie wird dieses Kriterium häufig herangezogen, um die Abwertung und/oder Dämonisierung vonMuslimInnen zu untersuchen. Erinnern wir unsetwaandaseinflussreiche ›Runnymede-Modell‹, indemdiedieDarstel- lungdesIslamalsmonolithischund statischkritisiertwird.Islamophobiewä- re alsowie andere Rassismen dadurch gekennzeichnet, dass soziale Dyna- mikdiskursivarretiertwerde:Aushistorischentstandenengesellschaftlichen Strukturenwürden zeitlose, statische Entitäten gemacht.Dieser Perspekti- ve steht einezweitegegenüber,diedaraufhinweist,dassbestimmteRassis- mengeradenichtenthistorisieren,sondernihreObjekteaufspezifischeWei- senhistorisieren:alsrückständigoderunreif.Solche›historizistischen‹Formen desRassismuskönnenalskomplementärerGegenpartzumnaturalisierenden Effektverstandenwerden,denHall imobigenZitatherausstreicht.Sieüber- setzenhistorisch spezifischeVerhältnisse nicht in die »zeitlose Sprache der Natur«, sondern in die zeitliche Sprache derGeschichtsphilosophie.Dieser UnterschiedwirdindergegenwärtigenForschungzuantimuslimischemRas- sismus bislangmeist übergangen. So schreibt YaseminShooman,dass sich dieAbwertungdes Islam»als rückständig,unwandelbar, irrational undbarba- risch […] in einer evolutionistischenVorstellung von zivilisatorischenPhasen [nie- derschlägt],dieReligionendurchlaufen«(Shooman2014a:62,Herv.B.O.).Da- beiwerden jedochzweiDiskurslogikenvermischt: Einerseits dieAbwertung des Islamund seiner TrägerInnen als rückständig und unwandelbar – sta- tisch, geschichtlicher Entwicklung entzogenundnaturalisiert. Andererseits die Idee,der Islamsei rückständigundmüssegeradedeshalbeinenProzess
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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