Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Seite - 211 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 211 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Bild der Seite - 211 -

Bild der Seite - 211 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Text der Seite - 211 -

6      VonderKulturalisierungzurTemporalisierung 211 evolutionärerEntwicklungerstnochdurchlaufen. ImzweitenFallwirdaber nicht naturalisiert, sondern historisiert. DenObjekten des Rassismuswird geradenicht vorgeworfen,dass sieunwandelbar seien, sonderndass sieden (möglichenundnotwendigen)Wandelnochnichtdurchlaufenhätten.Dieser Unterschied ist subtil, aber folgenreich.EröffnetdenBlick auf eine spezifi- scheideologischeArbeit,dieimantimuslimischenRassismusvollbrachtwird: dieTemporalisierungdes/dermuslimischenAnderen. ImverbleibendenTeildieses Kapitelswerde ich zunächst ihrWirkenanhanddes gesammeltenMaterials darstellenundanalysieren.Daran anschließend stelle ich sie als Funktions- weiseeineshistorizistischenRassismusdar. 6.2.1      DieBehauptungderUngleichzeitigkeit DiebesondereBedeutungderTemporalisierungimantimuslimischenRassis- mus erschloss sich ausdemMaterial.Bei derAnalyseder Interviewsfiel im ZugederCodierungauf,dass kulturalisierendeDiskurselementehäufigmit zeitlichenZuschreibungenverbundenwaren.UmdieserDimensionnachzu- gehen,wurden in einer eigenenAuswertungsrunde alle Stellen imMaterial identifiziert, die zeitlicheVerortungen anzeigen. IchnennedieseVerortun- gen ›temporalisierendeMarker‹ und identifiziere drei Formen, in denen sie imMaterialaufscheinen:erstenssolche,diehistorischeEreignisse,Personen oder Epochenbezeichnungen nennen– zumBeispiel ›die Aufklärung‹ oder ›1968‹,aberauchPersönlichkeitenderZeitgeschichte;zweitensAdjektive,die den bezeichnetenObjekten Attribute der Zeitlichkeit oderHistorizität ver- leihen–etwa›traditionell‹, ›archaisch‹, ›modern‹oder ›rückständig‹;drittens einzelneWörteroderSatzkonstruktionen,diedemErzählteneine temporale Struktur verleihen.DazugehörenFormulierungenwie ›schon‹, ›noch‹, ›wei- ter‹, ›jetzt‹, ›inzwischen‹oder ›wieder‹. Ein erstes Beispiel für diesen Diskursmechanismus stammt aus einem Interview,dasmitdemRedakteureinerBoulevardzeitunggeführtwurde.Er legtimGesprächgroßenWertdarauf,pauschalisierendeAussagenüberMus- limInnenzuvermeiden.Wichtig ist ihm,»dieDiskrepanzzwischen liberalen Muslimen inÖsterreich einerseits und andererseits, ganz bewusst, Salafis- ten« zu betonen.Dass es auch liberaleMuslimInnen gebe,finde er »beson- ders spannend […] vor demHintergrund,dass eigentlichÖsterreich ein be- sonders islamophobes Land ist – behaupte ich jetzt einmal, ohne das em- pirischnachweisenzukönnen« (B1m).Dabei geht es ihmbesondersdarum, islamistischmotiviertenTerrorismussowiesalafistischeOrganisationen,die
zurück zum  Buch Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich"
Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Im Namen der Emanzipation