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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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6      VonderKulturalisierungzurTemporalisierung 219 zogen:SiehabendenSchrittnochzutun,denwirbereitsgetanhaben.Dass dieAnderendenselbenWegzubeschreitenhaben,wirdvorausgesetzt–und damiteinVerständnisvonGeschichte,dasnureinenEntwicklungspfadkennt undKulturendanachbewertet,wieweit sie aufdiesembereits fortgeschrit- tensind. IndiesenBeispielengerätmenschlicheGeschichtezumkollektiven Entwicklungsroman,andessenEnde›wir‹alsgeläuterteundbefreiteSubjek- testehen.DieAnderenmüssendieseEntwicklungerstnachvollziehen,umals gleichwertigeMitgliederderGesellschaftanerkanntzuwerden.So langedas nichtpassiert–undesbleibtoffen,obdieseMöglichkeitüberhaupt tatsäch- lichzugestandenwird–sindsiealsSubjektedesnoch-nichtkonstituiert. 6.2.3      DieGefahrdesRückfalls ZurBehauptungderUngleichzeitigkeit undderKonstituierungder Subjek- te des noch-nicht tritt schließlich ein dritter Aspekt der Temporalisierung: dieGefahrdesRückfalls.DiesesdritteElementverdeutlicht,dasswir esmit einemMechanismusderVeranderungzutunhaben,dernichtalleineaufIn- feriorisierung (quaRückständigkeit), sondernauchaufDämonisierung (qua Gefährlichkeit) setzt. Dafür soll zunächst noch einmal das InterviewB1mherangezogenwer- den. Schon inKapitel 6.1.1 wurde gezeigt,wie Kultur darin als ›zweiteNa- tur‹des/dermuslimischenAnderenkonstruiertwird.DieNaturalisierungvon MuslimInnenfandihrenHöhepunktinderMetapherder»Krokodile«,diefür diekörperliche,bisweilenauchsexuelleGefahr stand,die vonmuslimischen Männer für nicht-muslimische Frauen ausgehe.Als das selbe Interview auf temporalisierendeMarkerhinuntersuchtwurde,wurdedeutlich,dass auch diese scheinbar statische, enthistorisierendeOperation derNaturalisierung aufdemDiskursmechanismusderTemporalisierungaufsetzt.Der Journalist distanziertsichvehementvonderpolitischenRechtenunderklärt seineHal- tungso: »Ich halte nicht die FPÖ für eine politisch so wichtige Kraft, und keiner vonmeinenKollegen ist irgendwo imVerdacht, rechts zu stehen.Das sind ganz andere Gründe.Wir kommen – die, die ich halt näher kenne – aus der Kreisky-Generation, Broda, Dohnal. Das war die Zeit, wo’s darumge- gangen ist:NichtmehrderMannalsHaushaltsvorstand, sondernnatürlich partnerschaftlich. Wo’s darum ging, natürlich, gleiche Bildungschancen undnicht ›dubisteinMädchen,dubrauchstnichtstudieren‹.Woesdarum
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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