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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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220 ImNamenderEmanzipation ging, Gewalt in der Ehe aufzunehmen ins Strafgesetzbuch.Wo es darum ging,AbtreibungnichtmehrabhängigzumachenvonirgendeinemDünkel eines Gynäkologen, der viel verdient hat, sondern das selbstverständlich gesetzlich freizustellen, bla bla bla bla.Wir habenmeinerMeinung nach ein bisschenwasweitergebracht, dieseGeneration der sogenannten 68er, undjetztkommenaufeinmalwiederwelcheundsagen: ›Nein,dasmitdem Kopftuch ist schon inOrdnung,unddenFreundsuch’ ichaus,undwennich ihnnichtaussuchendarf, steche ichdieFrauab.‹Das istnichtgut.Unddas sagenwirauchganzdeutlich.Unddashatnichtsmitrechtszutun.Sondern mitsehrweit links.« (B2m)6 Die temporalisierenden Marker stechen hier wiederum deutlich hervor. Zunächst jene, die direkt auf historische Personen und Ereignisse Bezug nehmen. Wie im zuvor diskutierten Interview dient auch hier ›Kreisky‹ als ein solcher. Dazu kommen die Namen der feministischen Politikerin Johanna Dohnal (Staatssekretärin für allgemeine Frauenfragen 1979-1990, Frauenministerin 1991-1995) und des ehemaligen Justizministers Christian Broda, in dessen Amtszeit 1970-1983 große Reformen des Familienrechts sowie des Strafgesetzbuches fielen. Auch hier geht es alsomaßgeblich um den Topos der Geschlechterverhältnisse. Diese argumentative Ebene – die ErrungenschaftendersozialdemokratischenAlleinregierungder1970erJahre –wird sodann abermalsmit einer referentiellen, prädikationellen undper- spektivierendenStrategieverknüpft.DiewertendeUnterscheidungzwischen ›wir‹ und ›sie‹ zieht sich durch das gesamte Interview undwird,wie oben gezeigt, durch naturalisierende Konstruktionen verstärkt. Hier wird sie deutlich als Selbstidentifikation imWir-Sie-Schema: »Wir haben ein biss- chenwasweitergebracht« (B2m.,Herv.B.O.) IndieserPassagewirddarüber hinaus deutlich, dass die Perspektivierung mit einer Selbstidentifikation mit Errungenschaften einhergeht. Die politische Schwächung patriarchaler InstitutionenwirdeinerGenerationzugeschrieben,dersichderJournalist in weiterer Folge selbst zurechnet–als »Wir […],diese sogenannteGeneration 6 IndieserErzählungwerdeneineganzeReihe feministischerErrungenschaften indieEr- folgsgeschichteder»sogenannten68er«eingemeindet,dietatsächlicherstvielspäterge- wonnenwurden.Die ›Fristenlösung‹,durchdieSchwangerschaftsabbrüche inÖsterreich innerhalbder erstendreiMonatebzw. unter bestimmtendefiniertenUmständen straf- frei sind,wurde1975unter JustizministerBrodaeingeführt.DasersteBundesgesetzzum SchutzvorGewalt inderFamilie,daszuvorangesprochenwird(»Gewalt inderEheaufzu- nehmeninsStrafgesetzbuch«), trattatsächlicherst1997inKraft.
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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