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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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6      VonderKulturalisierungzurTemporalisierung 221 der68er«.Hierwirdaucheinweiterer temporalisierendeMarkereingesetzt: »Wir haben ein bisschen was weitergebracht […] und jetzt kommen auf einmalwiederwelche« (B2m,Herv.B.O.).Wie indenanderenPassagenwird der/die muslimische Andere als Subjekt konstruiert, das eine historische Entwicklungnochnichtdurchgemachthätte,die ›unsere‹Gesellschaft schon alsGanzedurchlaufensei. AufdieFrage,wieerdieBerichterstattungüber IslamundMuslimInnen inÖsterreichgenerell einschätzt,antwortetderRedakteur: »Distanziert [gegenüber dem IslamundMuslimInnen, Anm. B.O.], distan- ziertweilängstlich.Keinerwilldas.Keinerwill sichdazustellen,keinerwill sich von irgendwem sagen lassen, dass es vielleicht gescheiter wäre, die Scharia [einzuführen]  als ein Strafrecht … Macht es euch aus, irgendwo, wenn ihrwollt,macht es euch aus, aber hier nicht, ganz sicher nicht. Und da fangenwir auch überhaupt nicht zuDiskutieren an. Also dawürd’ ich wirklichmitallerWuchtdagegenhalten.« (B2m) DabeiwirdderGesprächspartnermerklich emotional, er spricht lauter und verfällt stärker inDialekt.Aufder argumentativenEbene tauchenhier auch Elemente einer ethnopluralistischen Begründung auf: WennMuslimInnen lieber die Scharia als das bürgerliche Strafrecht hätten, sollten sie sich das »irgendwo« ausmachen, aber »hier nicht, ganz sicher nicht«.Deutlichwird wenigspäterauch,dasserdieDämonisierungdes/dermuslimischenAnderen nichtmitderGefahrdesTerrorismusverbindet.Gefragtnachdenwichtigs- tenKonfliktfeldern, diemit dem IslamundMuslimen zu tunhaben,meint er: »BevordieAl-Qaidagefährlichwirdbeiuns,dagibt’s schonandere Institu- tionen,diedarechtzeitigwasdagegentun.Aberichglaub’,esistdieseslang- sameUnterwandernunddieses langsameEinschleichenvon ›Vielleichtha- ben sie jadoch recht‹ und ›Vielleicht ist es ehnicht so schlimm‹, und ›Was sprichtdenndagegen,wennmanMädchenbeschneidet?‹.Alles!« (B2m) Nicht terroristische Anschläge sind die Gefahr, sondern die Erosion politi- scherErrungenschaften,diealsgesellschaftlicheQualitätkonstruiertwerden. An anderer Stelle formuliert er ähnlich: »Das braucht keiner, diese Art von Diskussion.Obman jetzt Frauenverbietet andieUni zugehen,oderwie in Saudi-Arabien, dürfen sie einen Führerscheinmachen?Wirklich, ernsthaft, redenwir darüber?Na! (Lachen)Ganz sicher nicht!« (B2m).Der Islamwird hier also direktmit drastischen Formen patriarchaler Gewalt gleichgesetzt:
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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