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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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222 ImNamenderEmanzipation mitderEinschränkungvonMobilitätunddemAusschlussvonBildung,oder gar,wieimZitatzuvor,mitGenitalverstümmelung.BisweilennimmtdieDar- stellungparanoideZügean.Dass inÖsterreichFahrverbotefürFrauenerlas- senwerdenoderdasStrafgesetzbuchdurchdieSharaaersetztwird, istmehr alsunwahrscheinlich.DochdieErzählungerhält inderDarstellungdesJour- nalisten eine gewissePlausibilität, als sie eineGefahrdesRückfalls illustriert. DieFigurdes/dermuslimischenAnderenverkörpertdieGefahr,dassdieGe- sellschaft in ihreeigeneVergangenheitzurückgeworfenwird–oder,wasdas selbe ist, indieGegenwartdermuslimischenAnderen. Eineweitere Illustration dafür liefert das Interview J1m, andessenBei- spielwirbereitsdieKulturalisierungalsGenealogisierungdargestellthaben. Auch hier taucht der Diskursmechanismus der Temporalisierung dort auf, wo der Topos der Geschlechterverhältnisse aufgerufenwird.Der Journalist nennt auf die Frage,welcheKonflikte er imZusammenhangmit demIslam als relevant erachtet: »DasFrauenbild imIslam«.NachdemerdiesesThema mit Anekdoten ausführt, kommt er zurück auf diese Formulierung und er- gänzt: »Also das Frauenbild ist ein ganz großes Problem, dasman nicht … unddiesesDemokratiebild,dieseNeigungzustarkenMänner, ja,dashaben wir ja auch, aber (Lachen)wir sindhoffentlichmehrheitlichdrüberhinweg, ja?« (J1m)AndieseBemerkungschließtderBefragteeine längerePassagean, in der er sich stark selbst positioniert und aufgeregtwirkt. Er hebt immer wieder die Stimme, verleiht seinen Emotionen durch sarkastisches Lachen oder lautesSeufzenAusdruck: »UnddasklassischeArgument,dasichimmerwiedergehörthabe,wennich gesagthabe,naja,Kopftuch(Seufzen)…Irgendwiefrag’ ichmich,warumdie Siebenjährigen schoneinKopftuch tragenmüssen.Dannheißt es ›Unsere GroßmütterhabenjaauchKopftuchgetragenamLand.‹Dasag’ ich: Ja!Vor hundertJahren!VorhundertJahren!Undheutekaummehr!Unddasistder Punkt!Ja,dasistderPunkt!UndmeinpersönlicherPunktist:Wirwiederbe- leben, neinwir tunnichtwiederbeleben, es ist plötzlich inunsererGesell- schaft,die sichmühsamgenugvoneiner totalautoritärenGesellschaftmit einerautoritärenErziehung,mitFremdenfeindlichkeit,mitAntisemitismus undallem,mühsamwegbewegt,jetzthabenwirdasGanzenocheinmal.Bei einemsignifikantenTeilderBevölkerungmüssenwirnocheinmalanfangen. Ja(Lachen)dasistdas,wasmicheinbisschenverzweifeltmacht.Alsjemand derbeiWaldheimundbeiHaidergekämpfthat,gegenVorurteileundgegen autoritäresDenkenundallesMögliche,undzumTeilauch,glaub’ich,erfolg-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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