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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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6      VonderKulturalisierungzurTemporalisierung 225 ßeFrage inder jetztbildungsmäßighöherenSchicht.Unddaswirdauch in meinemFreundeskreisdiskutiert.« (I2m) Das ›es‹ imerstenTeil des erstenSatzes bezieht sich, daswird imweiteren Kontextklar,aufDiskriminierungvonMuslimInnen.Dieseberuhte»nichtso nur aufXenophobie«, sondernmöglicherweise auchdarauf, dass dieGrup- pederMuslimInnen»uns inunseremStrebennacheinerbesseren,emanzi- pierterenGesellschaftwieder zurückwirft«.Die temporalisierendenMarker sindklar:»zurückwerfen«isthiereindeutigzeitlichgemeint,verstärktdurch das »wieder«.DieunausgesprocheneGrundannahme ist,dassMuslimInnen als rückständige Subjekte des noch-nicht eine andere– vergangene–Epo- che verkörpern, die durchMigrationmit unserem–nicht-muslimischen– Zeit-Raumkollidiert.DieGefahrdesRückfallsentstehtausdemZusammen- stoß inkompatibler Zeitordnungen in einemals homogengedachtenRaum. DieFigurdes/dermuslimischenAnderendrohtdurch ihreschiereAnwesen- heit ›unsereGesellschaft‹ in die eigene sexistische, homophobe, antisemiti- sche, autoritäre, kurz: barbarischeVergangenheit zurückzuwerfen. Insofern habenwir es bei demMechanismusder Temporalisierung imantimuslimi- schenRassismusnichtnurmiteinerInferiorisierung,sondernauchmiteiner Dämonisierungdes/dermuslimischenAnderenzutun. 6.3      TemporalisierungderAnderenalshistorizistischerRassismus DerDiskursmechanismusderTemporalisierungistdadurchgekennzeichnet, dass er die Figur des/der Anderen in ein historisches Narrativ einfügt, in dem der/die Andere als Verkörperung vergangener Zeit aufscheint. Durch die Behauptung der Ungleichzeitigkeit, die Zuweisung des Status als Sub- jektedes ›noch-nicht‹ unddieKonstruktioneinerGefahrdesRückfallswird die Figur des/dermuslimischen Anderen sowohl inferiorisiert als auch dä- monisiert.DiebiszudiesemPunktvorgestellteAnalyse legtnahe,dasswires beiderTemporalisierungmiteinemMechanismusderrassistischenVerande- rungimSinnederkritischenRassismustheoriezutunhaben–alsReproduk- tion des antimuslimischen Rassismus als gesellschaftliches Verhältnis. Um dieseTheseinhaltlichzustärken,wirdnunherausgearbeitet,wiedieTempo- ralisierungdes/dermuslimischenAnderenanhistorischwirkmächtigeModi rassistischerInferiorisierungundDämonisierunganschließt,die inanderen Kontextenbereitserforschtundkritischaufgearbeitetwurden.Dabeibeziehe
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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