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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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228 ImNamenderEmanzipation des/dermuslimischenAnderen einladen–ohne dass damit eineGleichset- zungderPositionenunterstelltwird.Weder entspricht die Positionder von miruntersuchtenJournalistInnenjenerethnografischarbeitenderAnthropo- logInnen; noch sindMuslimInnen inÖsterreich heute in der gleichen Lage wie anthropologischbeforschte ›Fremde‹ imglobalenSüden.Unddoch ver- weist FabiansKritik auf einehistorischeTiefendimensionderTemporalisie- rung als »politischer Akt«, ohne die ein Verständnis der oben dargestellten Diskursmechanismenmangelhaft bleibt. Das, obwohl sie Distanz zumBe- griff desRassismushält,wieFabian selbst in einer selbstkritischenFußnote erklärt.Darinhält er fest »thataclearconceptionofallochronismis thepre- requisite and frame for a critique of racism. Refutations of racist thought fromgenetics and psychology are useful, but theywill not as such do away with raceasan ideological and, indeed, cosmological concept.« (Fabian2014 [1983]: 202). In gewissemSinne folgt die Darstellung in Kapitel 6.2 diesem Hinweis.SiegreiftdasProblemderTemporalisierungaufundstößtdabeiauf MechanismenderVeranderung,diedemAktder ›VerweigerungderGleich- zeitigkeit‹durchausähneln.DervonFabianbeschriebene›Allochronismus‹ist dadurchgekennzeichnet,dassder/dieAnderealsVerkörperungvergangener Epochenkonstruiertwird, arretiert auf einemZeitstrahl, deruniversell und evolutionär indieGegenwartder europäischenModernezielt: »Whatmakes the savage significant to the evolutionist’s Time is that he lives in another Time« (Fabian2014 [1983]: 27).WennalsovonMuslimInneninÖsterreichbe- hauptetwird,siehättensichnochnicht ein»liberalesFamilienbild,dasschon Einzuggehaltenhat inÖsterreich« (B1m)zueigengemacht,hättennochnicht denschmerzhaftenLernprozessdurchgemacht,zu»lernen,auchnureinTeil zu sein,nicht in allemhundertprozentig recht zuhaben« (C2m)oderwären nochnicht inderästhetischenWeltdereuropäischenModerneangekommen, sohandeltessichdabeiumFormenderTemporalisierung,diedemvonFabi- ankritisiertenAllochronismus frappierendähneln.Für letztereBehauptung lieferteinJournalist,derobenvorallemimKontextder»GefahrdesRückfalls« zitiertwurde,eineindrucksvollesBeispiel.AufdieabschließendeFrage,was er vomBegriff »Islamophobie«halte, reagiert er aufgebracht: »Ichverwende das nicht, höchstens in Anführungszeichen« (G1m).Denn von »Islamisten« werde»allesmit Islamophobiebelegtwasnur leisekritisch ist« (ebd.).Dafür liefert ereinBeispiel,daser selbstals »vielleichteinesoterisches«einleitet: »Also ichhalte es nicht für islamophob,wennman sagt… ich zumBeispiel binderMeinung, ichsag’:Wennes inEuropaKirchenneubautengibt,dann
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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