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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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6      VonderKulturalisierungzurTemporalisierung 229 schauen sie nicht aus wie aus dem 16. Jahrhundert. Wenn es in Europa Moscheen-Bautengibtdannschauensieauswieausdem16.oder 15. Jahr- hundert. […]SiesollendieMoscheenhaben, ja,aber ichfind’szumBeispiel absolutlächerlich,wennmansagt,wiedainTelfs,ja,wirbrauchenzwarzwei Minarette, aber dafürmachenwir’s nur so kurz, dass es grad über’s Dach drüber schaut. (Lachen)Das ist erstens schiach [hässlich], undzweitens ist es lächerlich.« (Ebd.) Hierwird ›BehauptungderUngleichzeitigkeit‹ vonMuslimInnenundNicht- Musliminnen inÖsterreich imRegister derÄsthetik vorgetragen (»schiach« – österreichisch für »hässlich«). Die angesprocheneMoschee in der Tiroler KleinstadtTelfshättetatsächlichursprünglichmiteinem20MeterhohenMi- narettgebautwerdensollen(nichtmitzwei).NachProtestenderFPÖundlo- kalerBürgerInneninitiativen,mehrfachenAktendesVandalismusgegendie imBaubefindlicheMoscheeundMorddrohungengegendenBürgermeister, der sichweigerte,denBauderMoschee zu verbieten,wurdedas islamische Gotteshausals einziges inganzWestösterreich2006mit einemauf 15Meter verkürztenMinarettgebaut (Fürlinger2013:201-205).AufdenindenMedien prominent behandelten ›Minarettstreit von Telfs‹ geht der befragte Journa- list jedochnichtweiter ein–dieEpisodedient ihmnur zur Illustrationder BehauptungderUngleichzeitigkeit.Diesekommtzwarüberwiegendmitge- ringererhistorischerTiefeaus,wieandenobenangeführtenBeispielengese- hen–siebehauptetmeist keine epochaleRückständigkeit, sondernverortet die Anderen in einer rezenterenVergangenheit. In allen Fällen fügt sie sich freilich indiegleicheallochroneLogik,dieauchkolonialrassistische Inferio- risierungspraxengeprägthat. 6.3.2      DipeshChakrabarty:HistorizismusundderWarteraum derGeschichte Fabianselbstbemerktespäter,mit leichtbitteremUnterton,dass»[b]yall in- dications,Timeand theOtherbecamea success,possibly less in anthropology than inseveralfields thathadgrownaccustomedto leaningonanthropology for their ownprojects« (Fabian2014, xxxiv).Besonders starkundnachhaltig fieldasEchoseinerThesenimFeldderPostcolonialStudiesaus.Die ›Verwei- gerungderGleichzeitigkeit‹–obmitoderohneVerweisaufFabian–wurde dortzueinemzentralenAngelpunkt.Eine indiesemZusammenhangbeson- ders relevanteBearbeitungdiesesProblems liegtmitdemBuch»Provinciali-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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