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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
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230 ImNamenderEmanzipation zingEurope«des indischenHistorikersDipeshChakrabartyvor.Chakrabar- tywarMitgliedder indischenSubalternStudiesGroupundfestigtemitdem 2000erschienenenWerkseinenStatusalseinerderwichtigstenpostkolonia- lenTheoretikerInnenderGegenwart.DemInhaltdeskomplexenWerkskann andieserStelle nichtGenügegetanwerden, ebensowenigder teils hitzigen Debatte,diebisheutedarananschließt (vgl.Chibber2013;Dietze2008;Kai- war2015;Lazarus2009).Chakrabartyversuchtdarin,dieunteranderemvon FabianbehandelteLogikdersäkularisierten,universellen,evolutionärenZeit zuuntergraben,indemerderenpartikulareGenealogiealseuropäischesProjekt aus-und ihrplurale, fragmentierte, lokale undnicht-säkularisierteZeitord- nungenentgegenstellt.Daseurozentrische»metanarrativeofpoliticalmoder- nity« (Dietze 2008: 71) sei nämlichnicht nurungeeignet für dieGeschichts- schreibung(post-)kolonialerRäume,sondernauchmitverantwortlichfürdas koloniale Projekt: »Historicism enabled European domination of the world in thenineteenthcentury« (Chakrabarty2008:7).AlsHistorizismusbezeich- netChakrabartydasWelt-undGeschichtsbilddereuropäischenModerne, in demhistorische Zeit als »measure of the cultural distance […]  between the Westandthenon-West«gelte (Chakrabarty2008: 7; vgl.23). Chakrabartys Kritik desHistorizismus greift Fabians Konzept der ›Ver- weigerung der Gleichzeitigkeit‹ auf und ergänzt es umVerweise auf seine politischenEffekte imKontext (post-)kolonialerMachtverhältnisse.Dies ge- lingt ihm,weil er die Perspektive umdreht.Er behandelt die ›Verweigerung derGleichzeitigkeit‹nichtausSichtdesdominantenAkteurs–desanthropo- logischenForschers,deskolonialenMachthabersoderdeseuropäischenWis- senschaftlers– sondern ausSicht derHerabgewürdigten. »Historicism«, so Chakrabarty, »came to non-European peoples in the nineteenth century as somebody’swayof saying ›not yet‹ to somebodyelse« (Chakrabarty2008: 8). HierbeziehtChakrabartysichaufdasStrebennachUnabhängigkeitkolonial Unterworfener,demauchvonwohlmeinenderSeite–etwavon liberaleneu- ropäischenIntellektuellen–entgegengehaltenwurde,dieVölkerAfrikasoder Asiens seien»nochnicht«weitgenugentwickelt,umsichselbst zuregieren. Das ›noch nicht‹ übersetzte sich politisch in die Vorgabe desWartens, wie ChakrabartyamBeispieldes liberalenPhilosophenJohnStuartMill zeigt: »AccordingtoMill, IndiansorAfricanswerenotyetcivilizedenoughtorule themselves. Somehistorical timeofdevelopmentandcivilization (colonial ruleandeducation, tobeprecise)hadtoelapsebeforetheycouldbeconsi- deredpreparedforsuchatask.[…]Mill’shistoricistargumentthusconsigned
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Ă–sterreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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