Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Seite - 244 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 244 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Bild der Seite - 244 -

Bild der Seite - 244 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Text der Seite - 244 -

244 ImNamenderEmanzipation derantimuslimischeRassismus»weniger›rassisiert‹alskulturalisiert,dämo- nisiert, barbarisiert«.Müller-Uri stellt damit verbunden fest, dass ein »weit gefasster Rassismusbegriff […] die Spezifika unterschiedlicher rassistischer LegitimationsstrategienundDifferenzkategorien«herauszuarbeitenvermag (Müller-Uri 2014: 110). Eben dazu soll die hier vorgelegte Analyse der Tem- poralisierungdes/dermuslimischenAnderenbeitragen.Alshistorizistischer Rassismus funktioniert er geradedeshalb,weil er an langeTraditionen libe- raler und progressiver Diskurse anknüpfen kann, in denen rassistisch Un- terdrücktealsBewohnerInnenundVerkörperungeneinesanachronistischen Raumskonstruiertwurden.DieseTraditionenverdichtetensichhistorischin kolonialen und imperialistischenRassendiskursen, erweisen sich aber heu- te als nicht auf sie angewiesen. Als Praxis der Artikulation verbinden sich temporalisierendemit anderenkulturalisierendenFormender rassistischen Veranderung, die ohne jeden impliziten oder explizitenVerweis auf ›Rasse‹ auskommen.Umdieszuverdeutlichen,setze ichdenBegriffdeshistorizisti- schenRassismusanStelledesGoldberg’schen»racialhistoricism«.Ersignali- siert sowohl eine theoretischeVerschiebung (derRassismusanalyse) als auch einehistorisch-konjunkturelleBestimmung (ihresGegenstands). 6.4      Exkurs:TheTime isNow.Hegemonietheorie, postkolonialeKritikunddasProblemdesHistorizismus Die indiesemKapitel vorgestellteAnalyse antimuslimischerDiskursmecha- nismenwirft ein theoretischesProblemauf.Sie untersucht eine spezifische Form der Konstruktion des/der muslimischen Anderen als historizistischen RassismusundformuliertdamitzugleicheineKritikdieserKonstruktion.Sie tut dies in einer theoretischenProblematik, die andenMarxismusAntonio Gramscis anschließt und damit selbst einem auf bestimmteWeise histori- zistischenWelt- undGeschichtsverständnis verpflichtet ist.Die in Abschnitt 6.3 vorgestelltenKonzepte von Johannes Fabian,DipeshChakrabarty, Anne McClintockundDavidTheoGoldbergkönnenimweitestenSinnedemGenre einerpostkolonialenKritikzugerechnetwerden,dieMarx’scheAnalysenund Kategoriennichtvölligverwirft,aberderenAnteil anderKonstruktioneiner historizistischen »›first inEurope, thenelsewhere‹ structureof global histo- rical time« (Chakrabarty2008: 7) scharf kritisiert.FürChakrabarty istMarx’ Geschichtsverständnis nicht bloß von den historizistischen Traditionen des 19. Jahrhunderts kontaminiert, vielmehr sei der Historizismus konstituti-
zurück zum  Buch Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich"
Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Im Namen der Emanzipation