Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Seite - 245 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 245 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Bild der Seite - 245 -

Bild der Seite - 245 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Text der Seite - 245 -

6      VonderKulturalisierungzurTemporalisierung 245 ver Bestandteil aller marxistischen Gesellschaftstheorie, einschließlich der verschiedenenVariantendes ›westlichenMarxismus‹, zudemauchAntonio Gramscigezähltwird: »MarxistintellectualsoftheWestandtheirfollowerselsewherehavedevelo- pedadiversesetofsophisticatedstrategiesthatallowthemtoacknowledge theevidenceof ›incompleteness‹ofcapitalist transformation inEuropeand otherplaceswhileretainingtheideaofageneralhistoricalmovementfrom apremodernstageto thatofmodernity. […]Theyall ascribeat leastanun- derlying structural unity (if not anexpressive totality) tohistorical process andtimethatmakes itpossible to identify certainelements in thepresent as ›anachronistic.‹« (Chakrabarty2008:12) Aus dieser Perspektive kannmarxistische Gesellschaftstheorie bald als Be- standteil einerwestlich-europäischenWissensformation erscheinen, die als Teil des Überbaus kolonialer Ausbeutungspraxen dieWelt epistemologisch unterwirftund ineinemoderneRaum-Zeit-Logikvon ›Entwicklung‹ordnet. Siewäredamit,unterdemGesichtspunktderKritikdeshistorizistischenRas- sismus,TeildesProblems,nichtTeilderLösung–undeinehegemonietheo- retische, an Gramsci anschließende Perspektive ungeeignet zur kritischen AnalysedeshistorizistischenRassismus.DastheoretischeProblemstelltsich, kurz gesagt, alsUnbehagendar:Gehört dieHegemonietheorie gar zu jenen intellektuellenWerkzeugen, von denen die Schwarze Schriftstellerin Audre Lordemeinte: »Themaster’s tool will never dismantle themaster’s house« (Lorde 2018)? Diese Frage trifft eine gramscianische Perspektive auf beson- dereWeise.Dennsie stehtnichtnuralsmarxistischeGesellschafts-undGe- schichtstheorie unter allgemeinemHistorizismusverdacht, sondern ist spe- zifischsuspekt,daGramsciselbstdenBegriffdesHistorizismusfürsichund die ›PhilosophiederPraxis‹,wieerdenMarxismusnannte, reklamierte.Der Marxismuswarfür ihnein ›absoluterHistorizismus‹undgeradedeshalbauf einzigartigeWeise geeignet, Geschichte undGesellschaft zu verstehen und zuverändern.IndiesemknappenExkurssolldeshalbgeklärtwerden,inwel- chemVerhältnisder indiesemKapitel eingeführteBegriffdesHistorizismus zu jenemVerständnis vonHistorizismus steht, aufdasGramsci sichpositiv bezieht.DieAusführungenstehen imKontexteiner langeandauernden (vgl. Ahmad2008[1992];Bartolovich/Lazarus2002;Said2003[1978];Turner1978), zuletztmiterneuerterVehemenz(vgl.Achcar2013;Chibber2013;Kaiwar2015; Warren2017)geführtenKontroverseumdasVerhältnisvonmarxistischerund postkolonialerKritik imweiterenSinne.AufzahlreichevondiesenDebatten
zurück zum  Buch Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich"
Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Im Namen der Emanzipation