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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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246 ImNamenderEmanzipation aufgeworfenen Fragen kann in diesemRahmennicht eingegangenwerden; ichbeschränkemichdarauf,eindreigliedrigesArgumentvorzulegen,dasfür die Kohärenz undNachvollziehbarkeit der vorliegenden Studie relevant ist. Ichwill erstenszeigen,dassGramscis »absoluterHistorizismus« tatsächlich keineFortschreibungdermodernenVorstellungnaturgeschichtlich-evolutio- närer,universellerGeschichtedarstellt, sondernmitdieserbricht–undsich dabei aufElementedesMarx’schenDenkensbeziehenkann.Zweitensargu- mentiere ichgegenChakrabarty,dass die Identifikation einer temporal ›ge- brochenen‹, ›ungleichzeitigen‹Gegenwartnichtnotwendigmiteinerhistori- zistischenAbwertungimSinnedesFabian’schenAllochronismuseinhergehen muss.Darausergibt sich,drittens,dieVerteidigungdeshegemonietheoreti- schenAnsatzeszurAnalysehistorizistischerRassismenderGegenwart. 6.4.1      Einnicht-historizistischerMarx Der historizistische antimuslimische Rassismus aktualisiert eine Tradi- tionslinie rassistischer Veranderungspraxen, die sich auf ein modernes, säkularisiertes, naturgeschichtliches Zeitverständnis bezieht. Der/die ras- sistisch Inferiorisierte und/oderDämonisierte erscheint als ungleichzeitige Figur.DerBegriffHistorizismus steht hier zunächst für dieAnnahme,dass WeltgeschichtesichalsuniversellerProzessdesFortschrittsvollzieht, indem bestimmte (meist europäische) Weltgegenden als weiter entwickelt gelten könnenunddaheranderen(meistnicht-europäischen)einBildihrerZukunft bieten.KolonialeUnterwerfungkannindiesemBildalshistorischnotwendi- geEpisodeimFortschrittsprozessgelten,auchwennihrekonkretepolitische und militärische Ausgestaltung abgelehnt wird. Zumindest ermöglicht ein solches Weltbild die Konstruktion fremder Anderer als ›rückständig‹ und dieBehauptung ihrerUngleichzeitigkeit. FürChakrabartywie fürGoldberg ist die Geschichtsauffassung von Karl Marx, und damit die Problematik, in der auch Gramsci und an ihn anschließende hegemonietheoretische Untersuchungen arbeiten, vondieser Annahmegeprägt.Chakrabartys Aus- gangspunkt ist dabei eine Formulierung vonMarx im Vorwort zur ersten Auflage des »Kapital«, worin es heißt: »Das industriell entwickeltere Land zeigtdemminderentwickeltennurdasBilddereigenenZukunft« (MEW23: 12).Chakrabarty schreibtdazu: »Historicism iswhatmademodernity or capitalism looknot simplyglobal butratherassomethingthatbecameglobalovertime,byoriginating inone
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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