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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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254 ImNamenderEmanzipation by the sideof amodern factory, or a ›nuclear scientist‹ can start theday ›by offeringpuja (devotionalofferings) toaclaygod.‹« (Chakrabarty2008:49).Es wäre einFehler, soChakrabarty,dies alsAusdruck ›ungleicherEntwicklung‹ zu verstehen, als Kombination geschichtlicher Epochen, so dass »in a place such as India, these different historical periods look as if theyhave been all telescoped intoaconfusing instant« (ebd.).DenngenaudaswürdedieLogik desHistorizismus reproduzieren, bestimmteHandlungen (und die Körper, die sie vollziehen) als anachronistischmarkierenunddenStandarddesGe- genwärtigen an der europäischenNormmessen.15 Jede dieserHandlungen sind fürChakrabarty gleichermaßen »modern« oder »gegenwärtig«; sie bil- den »theplurality that inheres in the ›now,‹ the lackof totality, the constant fragmentariness, that constitutesone’spresent« (Chakrabarty2008:243). VergleichenwirdieseArgumentationmiteinerbekanntenStelleinGram- scisGefängnisheften,die sich ebenfallsmit scheinbarer ›Ungleichzeitigkeit‹ beschäftigt. InHeft 11 notiert Gramsci, dassMenschen in ihremWelt- und Selbstverständnis, ihrenHaltungenundHandlungenüblicherweise »gleich- zeitigzueinerVielzahl vonMasse-Menschen«gehören: »[D]ieeigenePersönlichkeit istaufbizarreWeisezusammengesetzt;es fin- densichinihrElementedesHöhlenmenschenundPrinzipiendermoderns- tenundfortgeschrittenstenWissenschaft,Vorurteileallervergangenen, lo- kalborniertengeschichtlichenPhasenundIntuitioneneinerkünftigenPhi- losophie,wiesieeinemweltweitvereinigtemMenschengeschlechtzueigen seinwird«(GH:1376). WieChakrabartyspäterweistGramscihieraufeine ›ZeitausdenFugen‹hin. Sie wird nicht, wie ersterer unterstellt, in ein historizistisches Geschichts- 15 Chakrabartys Argumentation in »Provincialising Europe« geht darüber hinaus. Er ver- sucht,die fragmentiertenTemporalitätenmit ineinemkonzeptionellenKniffeinzufan- gen:ErunterscheidetzwischenzweiDimensionenvonGeschichte.»History1«istdieuni- verselleGeschichtedesKapitals, inderDifferenzendemProzessdessichselbstverwer- tendenWertseinverleibtund inHomogenitätverwandeltwerden. »History2«dagegen bezeichnet jeneVergangenheiten,dieaußerhalbderGeschichtedesKapitals liegen.Es handeltsichumPartikularitäten,dieindenProzessderKapitalverwertungeingehenkön- nen, aber nicht in ihmaufgehen, die ihn stören, irritieren, stellenweise durchbrechen: »History2isbetterthoughtofasacategorychargedwiththefunctionofconstantlyinter- ruptingthetotalizingthrustsofHistory1«(Chakrabarty2008:66).FüreinekritischeAus- einandersetzungmit dieserKonzeption vgl. Chibber (2013: 209-248) undKaiwar (2015: 156-300).
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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