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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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256 ImNamenderEmanzipation zungsgeschichte,sondernalspermanenteRegulierungvonKrisenundderen BearbeitungmitMittelndesZwangsunddesKonsenses. 6.4.3      HegemonieundKotemporalität:Alle, die jetzt sind, sindvon jetzt Der französischeTheoretiker Daniel Bensaid nennt das Marx’ Geschichts- verständnis zugrunde liegendePrinzipdas »Primat der Politik über dieGe- schichte« (Bensaid2002: 86): »Marxdidnot construct anyuniversalHistory. Combining critique and politics, he fashioned the concepts of a conflictu- al rationality. Politicized,history becomes intelligible to anyonewhowishes to engage in action to change theworld« (Bensaid 2002: 87).Gramsci inte- griertdieseEinsicht indieTheoriederHegemonie.FürdieKritikdeshistori- zistischenRassismusbedeutetdas,dass aufdie konzeptionellenWerkzeuge gramscianischerAnalysezurückgegriffenwerdenkann.Voraussetzungistein Zeitverständnis, das anerkennt,was Johannes Fabian (2014 [1983]: 154) »Ko- temporalität«nennt.Kotemporalität,dieGleichzeitigkeitunterBedingungen fragmentierterTemporalitäten,wirdvonjenen,dienachHegemoniestreben, selbst hergestellt.Hinter diese Erkenntnis zurückzufallen und denDiskurs vonEntwicklungundRückständigkeitmitguten,weil ›fortschrittlichen‹Ab- sichten zu reproduzieren, kann sich eine kritische Rassismusanalyse nicht leisten.EinenSpruch antirassistischerBewegungen für dasBleiberecht von Migrierten– ›Alle die hier sind, sind von hier‹ – adaptierend, könntenwir dasPrinzipderKotemporalität sozusammenfassen: ›Alledie jetzt sind,sind von jetzt«.Dasbedeutet,dass angeblich vormodernePraxenundEinstellun- gen, die MuslimInnen in historizistisch-antimuslimisch-rassistischen Dis- kursenzugeschriebenwerden,tatsächlichebenso ›modern‹undgegenwärtig sindwie die Kritik an ihnen. Es geht nicht darum, zu verleugnen, dass es muslimischeMisogynie undHomophobie, islamischeVariantenpatriarcha- lerGewalt odermuslimischenAntisemitismusgibt.DieKritikdes antimus- limischenRassismusbestehtaberdarauf,dassdiesePraxenalsTeil einerge- teilten,globalenmodernenGegenwartkritisiertwerdenmüssen.Modernität ist kein teilbaresGut, das den einenmehr, den anderenweniger zukommt, sondern ein globales Verhältnis, wie der jüngst verstorbeneHistoriker Arif Dirlik betont: »Modernity is not a thing but a relationship, and being part of the relationship is theultimatemarkerof themodern« (Dirlik 2003: 279). Ersprichtdeshalbvoneiner»globalmodernityasacontemporarycondition« (Dirlik 2003: 289). Die globaleModerne ist vielfach zersplittert, gebrochen
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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