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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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264 ImNamenderEmanzipation Gleichzeitigkeit verweist darauf,dass inderKonstruktiondes/dermuslimi- schen Anderen die Sprechenden sich eben nicht im »Innenraum«, sondern außerhalbderDiskursedesRassismusverorten.DieSelbstpositionierungals Spiegelbilddes/dermuslimischenAnderenstellt sichvielmehr implizither. 7.2      ImpliziteSelbstverortung:dieVerkörperungderGegenwart InderhistorizistischenKonstruktiondes/dermuslimischenAnderen istdas Eigene als vorläufiger Endpunkt einer historischenEntwicklung impliziert, die die Anderen erst noch durchlaufen müssen. Zwei historische Bezugs- punktewerdendabei hauptsächlich aufgerufen.Der erste, historischweiter zurückliegende, ist einProzessderAufklärungundSäkularisierung. ›Wir‹– meistals ›Europa‹markiert–hättenderReligioneinenuntergeordnetenOrt imöffentlichenLebenzugewiesenunddadurchgesellschaftlichenFortschritt ermöglicht. Dieser Akt der Befreiungmüsse ›der Islam‹ in gleicherWeise nachvollziehen,uminderGegenwart anzukommen.DieserBezug ist einem Interview (C2m) besonders deutlich, das bereits in Kapitel 6.2.2 diskutiert wurde.Hierbestimmteinsichselbstals christlich-katholischbezeichnender JournalistdiewesentlicheDifferenzzumIslamso: »DasistderProzess,der jetzt imGangeist imIslam,wosiedaslernen,auch nureinTeil zusein,nicht inallemhundertprozentigrechtzuhaben…Es ist eheineewigeSchwierigkeit, für Christenauch, unsereReligion istmeiner, unsererAnsichtnachjadieErlösungunddasNonplusultra,undtrotzdemak- zeptiereich,dassAndereandereReligionenausüben.Istnichtwirklichganz aufzulösen.Wirhaben’s irgendwiemühsamgelernt, indemwirviel aufdie Mützebekommenhaben,dieMuslimekriegen’s jetztaufdieMütze.« Auffälligist,dassdieEntwicklunghieralsschwierigerLernprozessdargestellt wird.DieeigeneVergangenheitwirdnichtverklärtoderbeschönigt,sondern als schmerzhafteAnstrengunggezeichnet,derenMühensich jedochgelohnt hätten.Die entscheidende Pointe ist, dass dieser Prozess hinter demSpre- chenden–undhinterderkollektiven Identität, inderenNamengesprochen wird(»Wirhaben’sirgendwiemühsamgelernt«)–liegt.Einweitererbefragter JournalistverweistebenfallsaufdenanstehendenLernprozess,alserdarüber sinniert,obder Islameine»RenaissanceoderAufklärung«brauche:
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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