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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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7      VonderRassismusanalysezurKonjunkturanalyse 267 »Wichtig ist,dassdieKlischeesüberdieAnderen inderGeschichte […] sich ausdemPoolderWerteherleiten,diebestimmen,wasmanzueinemgege- benenhistorischenZeitpunkt inderGesellschaft tunund lassensollte.Die Anderenbilden stetsdas spiegelverkehrteGegenüberdieserWerte:Wenn Zivilisation inderGesellschaft alshohesGutgilt, danngeltendieAnderen alsprimitiv;wennFleißeinebesondereRelevanzhat,dannwerdendieAn- derenals faul betrachtet;wennToleranz einewichtigeVerhaltensmaxime darstellt,dannerscheinensieals intolerant. […]Heuteverstehtsichdieein- heimischeGesellschaft primär als tolerant undoffen – insofernwird etwa amFall desKopftuchesdenAnderen IntoleranzundVerschlossenheit zug- schrieben«(Terkessidis2004:105-0106). DiesescheinbarparadoxeKonstellation–dierassistischeAbwertungundDä- monisierungvonAnderen imNamenvonToleranz,EmanzipationundFort- schritt – lässt sich imhier analysiertenMaterial deutlich ablesen. Sie zeigt sich auch in der starkenVerknüpfung kulturalisierenderDarstellungenmit demToposderGeschlechterverhältnisse.Erklärbarwird sie erst, sodiehier vertreteneThese,wennihre temporalisierendeDimensionzurKenntnisgenom- menund insZentrumderAnalyse gestelltwird.Sie erlaubtdieArtikulation antimuslimisch-rassistischerDiskursemiteinernicht-oderantirassistischen Selbstpositionierung.WasvonBalibarals»RassismusohneRassen«beschrie- benwurde, entpuppt sich in seiner gegenwärtigenArtikulation als »Rassis- mus ohneRassistInnen« (vgl.Müller-Uri/Opratko 2016), der eine eigentlich antirassistischePosition soartikuliert,dass sie rassistischwird.SeineLogik kann so zusammengefasst werden: ›Sie sind sowiewir…‹ (antirassistische Position)–›…wiewir früherwaren‹ (rassistischeArtikulation).InseinemIn- nenraumerlaubt er eine Selbstpositionierung, dieMuslimInnen als Andere konstruierenundsichdiesesAndere zugleicheinverleibenkann:AlsVerkör- perung der eigenen Vergangenheit. Selbst verkörpern jene, die sich dieses Narrativzueigenmachen,dieGegenwart. 7.3      DiekulturelleTraumweltdesRassismus DerhistorizistischeCharakterdes liberalen, sich selbst als nicht- oder anti- rassistisch positionierenden antimuslimischenRassismus nimmtdie Kritik nicht nur an biologistischen, sondern auch an kulturalistischen Rassismen auf.Er ist indiesemSinne ›reflexiv‹ (vgl.Karakayalı 2011)und»trittdasErbe
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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