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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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268 ImNamenderEmanzipation sowohl der Krise des ›differentiellenRassismus‹ als auch die des gegen ihn artikuliertenAntirassismusan« (Pieperetal.2011: 195).Nur inAusnahmefäl- lenwerden statischeGrenzen zwischen ›ihrer‹muslimischen und ›unserer‹ nicht-muslimischenKultur gezogen.Meistwird dieGrenze vielmehr dyna- misiert undhistorisiert.Darauf hat SerhatKarakayalı besonders hellsichtig anlässlichderSarrazin-DebatteinDeutschlandaufmerksamgemacht:»Wäh- rendimklassischorientalistischenDiskursdie ›Anderen‹durcheineunüber- brückbarekulturelleGrenzevomWestengetrenntwaren, ist imRahmenei- nes liberal-emanzipativkodiertenOrientalismusdas›Andere‹verzeitlicht.Es tritt auf als gesellschaftlicheWiederkehr desVerdrängten« (Karakayalı 2011: 100).Das »Verdrängte« ist fürKarakayalı in erster LiniederAntisemitismus undderNationalsozialismus,die als inEuropaüberwundengeltenundnun imantimuslimischenDiskursals»islamischerAntisemitismus«bzw.»Islam- faschismus«wieder auftauchen.Tatsächlichweist auchder hier untersuch- teDiskursmechanismusderTemporalisierungdieseKennzeichenauf.Nicht nur inHinblick auf FaschismusundAntisemitismus, sondernauchundbe- sonders in geschlechter- und sexualpolitischen Fragen.Was bei Karakayalı imBegriff derVerzeitlichungangeschnittenwird,muss jedochnochweiter- verfolgtundalsFunktionsweiseeineshistorizistischenRassismusanalysiert werden. Der Verweis auf das »Verdrängte« ist hier von besonderer Bedeu- tung.Wie Gabriele Dietze unter Verweis aufWendy Brown (die wiederum aufFreudsTheoremderVerdrängungBezugnimmt) zusammenfasst, zeich- net sich eine der kritischen Rassismustheorie verpflichtete Perspektive da- durchaus,dassderGrund fürAusschlusspraxen »nicht im fremdengefähr- lichenAußenzu suchen [ist], sondern imprekären Innen,das eigeneUnsi- cherheitenmitAbschottungs-undAbwehrnarrativenverbindet«(Dietze2017: 21;vgl.Brown2010).IndiesemSinnesollnungefragtwerden:Welche»Unsi- cherheiten«werdeninderTemporalisierungderFigurdes/dermuslimischen Anderenverarbeitetundartikuliert? UmdieserFragenachzugehen,sindwiederumeinigeBemerkungenzum methodischenVorgehenvonnöten.Wiedie FormulierungenvonDietzeund Karakayalı nahelegen, verlässt die Analyse an dieser Stelle die Ebene der manifesten Aussagen, die durch die Interviews zusammengetragenwurde. Wennder rassistischenVeranderung vomMuslimInnenVerdrängtes (Kara- kayalı 2011: 99-100),Latentes (Karakayalı 2011: 107-108),Abgewehrtes (Dietze 2017: 20-21) oder Abjektes (Tyler 2013) zugrunde liegt, also Elemente des Sozialen, die nicht der Logik der einfachen Kausalität gehorchen, sondern denMechanismen des Unbewussten,muss auch dieMethode ihrer Erfor-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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