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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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7      VonderRassismusanalysezurKonjunkturanalyse 269 schungüberdiedirektbeobachtbarenElementehinausgehen.StuartHallhat diesesVorgehen fürdieRassismusanalyse alsMoment einesÜbergangs von der (diskurstheoretischen) Rassismusanalyse zur (hegemonietheoretischen) Konjunkturanalyse beschrieben. Die Diskursanalyse von Form und Inhalt –Wörter, Sätze, Texte – ermöglicht es zunächst, die manichäische Logik des Rassismus nachzuvollziehen: »[O]ne aspect of racism is, certainly, that it occupies a world of manichean opposites: them and us, primitive and civilized, light and dark, a black andwhite symbolic universe« (Hall 1992c: 15).Dochhinterdieser allzu simplenDichotomie verbirgt sich, soHall, eine komplexe »symbolic economy of culture«: »It is racism’s very rigidity that is the clue to its complexity. Its capacity to punctuate theuniverse into two greatoppositesmaskssomethingelse; itmasksthecomplexesoffeelingsand attitudes, beliefs and conceptions, that are always refusing to be so neatly stabilizedandfixed«(Hall 1992c: 16).DiesesymbolischeÖkonomiederKultur des Rassismus funktioniere »rathermore like Freud’s dreamwork than like anythingelse« (Hall 1992c: 15).MitdemÜbergangvondereinenzuranderen Ebene verschiebt sich der Gegenstand der Analyse undmit ihmdieWerk- zeuge undMethoden, derenAnwendungErkenntnis versprechen: »You can count lexical items if they’re there; but youneedadifferent approach if you reallywant,asitwere,toreadasocietyanditsculturesymptomatically« (Hall 1992c: 15).UmvonderRassismusanalysezurKonjunkturanalysezugelangen, ist es daher nötig, dasMaterial symptomal zu lesen.Damit ist, inAnschluss anLouisAlthusser (2015 [1965]), eineLesehaltunggemeint,diezwischenden Zeilen liest,AuslassungenundLückenalsSymptomefürUngesagtesoder in der Logik der symbolischenOrdnungUnsagbareswahrnimmt. Für eine an Hall anschließende, hegemonietheoretische Rassismusanalyse bedeutet es, die Oberfläche des Diskurses auf ihre Tiefenstruktur hin zu befragen und seinemBeispiel zu folgen: »We found that racism expresses itself through displacement, throughdenial, through the capacity to say twocontradictory things at the same time, the surface imagery speaking of an unspeakable content, the repressed content of a culture« (Hall 1992c: 15).Wennwir nun nach der »praktischen Adäquanz« des historizistischen antimuslimischen Rassismus fragen, greifenwir eine Formulierung vonRobertMiles auf, um über siehinauszugehen.FürMiles istRassismus»praktischadäquat«,wenn er eine kausale Erklärung für bestimmteErfahrungen oder Beobachtungen liefert, die konsistent ist und zugleich eine ›Lösung‹ anbietet: »[D]ie ras- sistische Ideologie kann beschreiben und erklären, wie der Lauf derWelt erfahren wird« (Miles 2000: 25) – etwa indem Immigration als Erklärung
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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