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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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270 ImNamenderEmanzipation für sich verschlechterndeWohnbedingungen in einemArbeiterInnenviertel angenommenwird(vgl.Phizacklea/Miles1980).InderErklärungistzugleich eine ›Lösung‹ enthalten:DieAbwehrvonMigrationbzw.dieEntfernungder Migrierten.Mit Hall modifizieren wir diese Bestimmung. Rassismus wird weiterhin als »Sinngebungsinstanz« (Miles 2000: 25) behandelt, doch nicht allein im Sinne kausaler Erklärungen beobachtbarer Phänomene. Vielmehr geht in sie eine Reihe von symbolischen Verdichtungen, Verschiebungen, Verdrängungen und Abspaltungen ein, die die ideologischeDimension des Rassismus zu einem im Kern phantasmatischen Verhältnis machen. Sie bildet sich um »Mythen«, wie Hall im Rückgriff auf Claude Lévy-Strauss meint: »Theyaremythsthatrepresentinnarrativeformtheresolutionofthingsthat cannotberesolved in real life.What they tellus isabout the ›dreamlife‹of aculture.Buttogainaprivilegedaccesstothedreamlifeofaculture,wehad betterknowhowtounlockthecomplexwaysinwhichnarrativeplaysacross real life.« (Hall 1992c:15,Herv.B.O.). DieseMythenmüssenkeinedirekte,kausaleErklärungfürbeobachtetePhä- nomenebieten.SieübersetzenrealeWidersprücheundKonflikte ineinsym- bolischesUniversum,einekulturelleTraumweltdesRassismus.EineAnalyseder konstitutivenMythendieserTraumweltzieltalsodaraufab, jene»thingsthat cannot be resolved in real life« aufzuspüren, die in ihnen verhandelt wer- den.DieVorgehensweise ist indiesemSinnematerialistisch:Sie»fragtnicht nachdemWissen,daseinVerhaltenreguliert,sondernnachdenVerhaltens- weisen,die einbestimmtesWissenproduzierenundreproduzieren« (Müller 2017: 114).Welche Verhaltensweisen–welche Praxen, Beziehungen, Selbst- undWelterfahrungen – können als geeignet gelten, die hier untersuchten Wissensformen–die Konstruktion vonMuslimInnen als anachronistisches Subjekt – hervorzubringen? Erst so wird erklärbar, warum der historizis- tische antimuslimische Rassismus von bestimmten Subjekten als plausibel angenommenundzumTeil des eigenenAlltagsverstandsgemachtwird.Die Analyseder »Traumwelt« ist demnachnötig,umRassismusalsHegemonie- verhältnis zu untersuchen– alsModus der konsensbasierten und kompro- missvermitteltenEinbindungbestimmtergesellschaftlicherGruppenineinen ›historischenBlock‹. In den folgenden Abschnitten werden drei Mythen vorgestellt, die auf GrundlageeinersymptomalenLektüredes Interviewmaterials sowie inKon- trastierungmit existierenden Studien zu aktuellen antimuslimischen Dis-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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