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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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7      VonderRassismusanalysezurKonjunkturanalyse 281 »InZeiten, indenenFrauenzunehmendgleicheRechteeinfordernundsich infolgedessen auch die Formen des Zusammenlebens der Geschlechter verändern, kannderwesteuropäischeBlickaufPaarbeziehungenvonMos- lemsund/oderTürkenbeiMännernundFrauenzuVerunsicherung führen. Bei Frauenmaghier dieAngst davor einfließen, der erreichte Status ihrer Gleichberechtigungkönnewiederverringertwerden.BeiMännernmagda- gegendieAngst davor einfließen, die ihnengesellschaftlicheunterlegene Gruppemännlicher Türken/Moslems könnemitmehr Rechten gegenüber Frauenausgestattetseinalsmanselbst.« (Jäger1996:82). JägeridentifizierthierschonfrühundhellsichtigVerunsicherungenindenei- genenGeschlechterverhältnissenalsGrundlage fürantimuslimischeDiskur- se.Auch indenhier untersuchten Interviews könnenPassagen identifiziert werden, die sich in diesemSinne interpretieren ließen. Insbesondere jene, die inKapitel 7 unter demGesichtspunkt der »Gefahr desRückfalls« analy- siertwurden.Wobei sowohlweibliche als auchmännliche Befragte der Be- fürchtungAusdruckverliehenwird,der»erreichteStatus«derGleichberech- tigungkönne»wiederverringertwerden«,wie Jägeres formuliert.Derneid- vollemännliche Blick aufmuslimischeMänner, den Jäger anspricht, spielt zumindest explizit keineRolle.Esgibt aber aucheineandere Interpretation diesesPhänomens,dieAnfangder2000erJahremaßgeblichvonBirgitRom- melspacher(2002,2009a,2009c)vertretenundseithervorallemvonGabriele Dietze (2009, 2014, 2017) weiterentwickelt wurde.Rommelspacherwirft die Frage auf, »[w]elche Funktion […]Diskussionenüber die Emanzipation der muslimischenFrauüberhaupt[haben],wennsienichtderAufklärungundge- genseitigenVerständigungdienen?WarumwecktdasThemasostarkeEmo- tionen?« (Rommelspacher 2009c: 34).Auch sie betont,dassdieÜberpräsenz sexual- undgeschlechterpolitischerThemen inantimuslimischenDiskursen aufVeränderungen,FragilitätenundUnsicherheiten innicht-muslimischen Geschlechterverhältnissen– jenender vonRommelspacher so bezeichneten »Dominanzgesellschaft« – verweisen. Anders als bei Jäger ist es aber nicht der vermeintlich bedrohte Erfolg der Emanzipationsbewegungen, sondern gerade deren ambivalente, unvollständige oder auch scheiterndeDurchset- zung, die inDiskursen über dasmuslimischeGeschlechterverhältnis verar- beitetwird.Dies ließesichexemplarischandenperiodischwiederkehrenden ›Kopftuchdebatten‹ ablesen, indenendieEntschleierung–d.h.dieEntklei- dungundZurschaustellungweiblicherKörper–alsMaßstabderFreiheither- angezogenwerde.Die derart zurMarkierung feministischer Erfolge darge-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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