Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Seite - 312 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 312 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich

Bild der Seite - 312 -

Bild der Seite - 312 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich

Text der Seite - 312 -

312 ImNamenderEmanzipation rung auf. Sie verallgemeinert eine spezifische, retrospektiv geschönte und geglättete Geschichte der Säkularisierung des westeuropäischen Christen- tumszueinermenschheitsgeschichtlichenStufentheorie.DieseStufentheo- rie prägt, soCasanova, als »secularist historical stadial consciousness« (Ca- sanova2011: 67)nichtnurdasVerhältnisderEuropäerInnenzuReligion ins- gesamt,sondernzueinerReligionimBesonderen:DerIslamerscheintdarin nichtals eineandereReligion,sondernalsdasreligiöseAndereschlechthin (Casa- nova2008: 72, 2011: 69).Ein solches säkularistischesStufenmodellwar auch inmanchenderuntersuchtenAussagenderbefragten JournalistInnenwirk- sam–insbesondere inInterviewC2m,das inKapitel 6.2.2analysiertwurde. Esgipfelt inderAussage: »DieKirchenhabengenaudiegleicheDominanzgehabt,undauchdieglei- cheForderungallesgleichzuschaltenunddieeigenenWertvorstellungenin Gesetzeumzusetzen.Dasgibt’snichtmehrunddas ist jetzt vielleichthun- dert Jahre imGange,wasganzkurz ist,wirklichkurz.Undvielleicht schafft auchdasnochSpannungen,dasswirhieretwas…einenSchrittgetanhaben, dendieanderenerstzutunbeginnen«(C2m) Dass ›wir‹ einenSchritt getanhaben, den ›die anderen‹ nochmachenmüs- sen,schreibtsich indasklassischeNarrativderSäkularisierungals Ideologie ein.Casanova beschreibt es als »embeddedwithin an evenbroader narrati- ve of general teleological processes of socialmodernization andprogressive human development.Thewest simply showed the future to the rest of the world« (Casanova 2008: 64). In derDebatte umdieReformdes Islamgeset- zes inÖsterreichwurde die Schaffung eines ›modernen‹, ›aufgeklärten‹ Is- lamzurstaatlichenAufgabeerklärtunddiesmitVerweisaufdieerstherzu- stellendeKompatibilität des Islammit einer säkularenGesellschaft begrün- det.DiedamiteinhergehendendiskriminierendenBestimmungenverweisen darauf,dassderhistorizistischeantimuslimischeRassismuseingesellschaft- lichesVerhältnis instituiert, dasnicht nurdieAbwehrnach außen, sondern auchdieSpaltungnachinnenzumEffekthat.ErverbindetsichindiesemFall mit einemsäkularistischenDiskurs,derparadoxerweisezugleichantisäkula- reKonsequenzenhat.Konstitutiv für die Ideeder säkularenGesellschaft ist schließlich nicht nur die Trennung vonStaat undKirche, sondern auchdie GewährleistungderReligionsfreiheit innerhalbderstaatlich–d.h. innerhalb des»immanentenRahmens«derSäkularen (Taylor2007: 539-593)–definier- tenRäume.DieserAnspruchscheitert invieleneuropäischenLändernschon andenSonderbehandlungen,diedenehemaligenchristlichenStaatsreligio-
zurĂĽck zum  Buch Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich"
Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Ă–sterreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Ă–sterreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Im Namen der Emanzipation