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Anton Kuh - Biographie
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133 nologie des Rassenantisemitismus zu eigen« mache und seine »Aus- lassungen […] auch deswegen sehr unerquicklich [seien], weil sie die Bereitwilligkeit des wohlhabenden Judentums, für die notleidende Stu- dentenschaft große Opfer zu bringen, nicht gerade zu stärken ver- mögen«. »Auf der andern Seite aber muß gerade in diesem Zusammen- hang scharfer Einspruch erhoben werden gegen die Art und Weise, wie ein Teil der Wiener Presse in vermeintlicher Wahrung des Rechtes der jüdischen Landesbewohner zu diesen Ereignissen Stellung nimmt. Es gibt hier eine Sorte von Blättern, die sich einen förmlichen Sport daraus machen, die deutsche Studentenschaft christlicher Abstammung oder wenigstens deren Mehrheit als eine Horde von Halbtrotteln hinzustellen, deren Antisemitismus aus dem Gefühl der eigenen geistigen Inferiorität und aus der Sorge vor jüdischer Konkurrenz hervorgeht. Abgesehen von ihrer unglaublichen Taktlosigkeit zeugen derartige Ergüsse auch von beklagenswerter Ignoranz. Aus dem Kreise dieser deutschen und christlichen Studentenschaft sind Weltleuchten der Wissenschaft her- vorgegangen […]. Was soll also diese Pauschalverunglimpfung der deut- schen und christlichen Studentenschaft? Die ungeschickten Anwälte des Judentums gießen nur Öl ins Feuer und kompromittieren die eigene Sache.«55 Eine »schwere pädagogische Rüge«, die Kuh erbost, zumal sie von jemandem herrührt, der »kein waschechter Wiener, sondern  – wie soll man’s nur sagen?  – in den Bezirk des vollrassigen Wienertums nicht ganz zuständig ist. Wie anders wäre sonst die konkurrenzübertrump- fende Voreiligkeit zu erklären, mit der er Verwahrungen ausspricht, die nicht nötig, Beschimpfungen zurückweist, die nicht gefallen waren? (Da doch von dem Spezialbegriff ›deutschnational‹ zu dem Kollektiv- begriff ›christlich-deutsch‹ noch ein erheblicher Abstand ist!) Bloß der Unzuständige hat solchen Übertrumpfungsehrgeiz, bloß der Tempel- diener achtet so der Sakrilege! Und hält diesen Domestikeneifer, diese Wichtigtuerei für die Empfindlichkeiten anderer noch für ›Kultur‹ und ›Noblesse‹! Nein, lieber Amtsnigerl, wo das Wort ›taktlos‹ fällt, ist man bald im Bilde! Die den gelben Fleck noch innerlich, in ihrem subalternen, kulturübertünchten Herzen tragen, sind stets die geborenen Flüsterer und ›Pst!‹-Macher. Bekleiden sie aber gar den Hofratsrang, jene Würde also, wo das Buckerlmachen und Leisetreten nach oben sich mit dem Profoßenton nach unten verbinden darf, dann bekommt der ›Takt‹ einen Polizeicharakter: sie sagen das ›Pst!‹ dann so grob  – – daß sie die ›oberste Stelle‹ kompromittieren, die sie auf ›Takt‹ ausgeschickt hat.«56 Anton Kuh, der unmißverständlich angesprochen war  – hat er doch gerade jüngst wieder seine Galle über die »martialische[n] Subordina-
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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