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Anton Kuh - Biographie
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146 so ist es! […] Was hier über die Judenfrage, über die europäische Frei- heit, über die deutsche Justiz, was über Bayern geschrieben steht, lest es, die Druckerschwärze ist noch frisch.«11 Eduard Castle tut in seinem »Wiener Brief« an die »Zeitschrift für Bücherfreunde« die Börne-Auslese blasiert mit der beiläufigen Be- merkung ab: »ich weiß nicht, ob Herr Kuh den Andersgläubigen ver- zeihen wird, wenn sie die altliberale Schwärmerei für das demokratische Frankreich gegenwärtig als etwas unzeitgemäß empfinden.«12 Der Rezensent der »Reichspost« sieht in der Auswahl »giftig-gehässi- ger Äußerungen gegen die Deutschen«, die Börne, »recte Löw Baruch«, »naturtriebmäßig verachtete und haßte«, das »ungefälschte Programm der jüdischen Rachepolitik, über die freilich etwas spät  – den Deut- schen die Augen aufzugehen beginnen«, und damit  – dem Kollegen von der »Dötz« die Hand reichend  –, »ein dankenswertes Hilfsmittel für den wahren Befreiungskampf der Deutschen«.13 Anton Kuhs Börne-Buch ist auch als Traditionswahl zu verstehen, nicht nur inhaltlich, sondern vor allem, was die Haltung, das Bekenntnis zur Zeitgenossenschaft betrifft: »Kann man groß sein und Großes zu sagen haben, ohne der Zeit Rede zu stehen?« fragt Kuh rhetorisch in seiner Vorrede. Er stand seiner Zeit Rede  – ohne so etwas wie Größe zu beanspruchen. 1923 – 1924 Ende 1922 kündigt das bürgerliche »Neue Wiener Journal« Anton Kuh in Inseraten als neu akquirierten Mitarbeiter an, zuständig für »kritisch- satirische Studien«  – tatsächlich veröffentlicht Kuh hier von Juni 1922 bis Feber 1923 ein gutes Dutzend Beiträge  –, der fixen Mitarbeit kommt indessen die Gründung der »Stunde« in die Quere. Am 1. März 1923 wird die erste Nummer eines Nachmittagsblatts neuen Typs von Dutzenden Kolporteuren lautstark angepriesen, das täglich außer sonntags erscheint und für frischen Wind in der Wiener Presselandschaft sorgt. In der Aufmachung an britischen illustrierten Blättern geschult, hebt sich »Die Stunde« von den photolosen Fraktur- Bleiwüsten der etablierten Blätter nicht nur durch eine Antiqua- Grundschrift ab, sondern durch Eyecatcher-Balkentitel, die Lesbarkeit erleichternde Zwischentitel und einen hohen Bildanteil. Sie räumt »Human-interest«-Geschichten großen Raum ein und leistet sich eine breite Berichterstattung über neue Formen populärer Unterhaltung wie Radio und Kino, ganz in der in einer kurzen Programmatik ange- sprochenen Absicht, »in einer Zeit der galligen Temperamente die Welt
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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