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Anton Kuh - Biographie
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169 Natur ist.). / Aber dieses ›à la‹ schmecken nur die Gourmands. Und damit’s die andern auch schmecken, braucht der Autor einen dritten, Sentenzen und Lösungen hinterdreintragenden Akt und  – noch mehr Schaum. Die Komödie wächst und ihr Sinn verduftet. Das ist das Schick- sal aller Schlagerstücke, aber davon leben sie auch.«49 Das Publikum des Theaters in der Josefstadt teilte im übrigen Kuhs Enthusiasmus, war kreuzvergnügt, spendete freigebig Abgangsapplaus »und hüpfte be- seligt heim, ganz: Er und Sie. Und das ist ja der letzte Sinn des Theaters, daß es den Spießer zum Schweben bringt.«50 Neben den unbestrittenen Größen seiner Zeit, neben einem Girardi, Moissi, Tyrolt, Vojan  …, schätzt Kuh den Typ »farbiger Episodist« über alles, die »geniale Zweitklassigkeit« urkomödiantischer Mimen, einen aussterbenden Bühnentypus, der in den 1920er Jahren das Feld »den intellektuellen Auffassungskeuchern, den feixenden und schnau- benden Diabolikern der Gewöhnlichkeit, kurz: der prätentiösen Im- potenz«, überlassen muß.51 Er ist vernarrt in Hans Moser, den er schon als Episodisten der »Budapester« liebt, als er noch kleine Chargen- rollen  – Hausknecht, Nachtlokal-Ober, Möbelpacker, christlichsozialer Waisenrat, Kutscher, Gärtner, Portier, Pompfuneberer  – spielt und auf dem Theaterzettel erst an achter, neunter Stelle genannt wird. Er zittert »mit Moser und um Moser«, auf den Wiener Bühnen bereits eine fixe Größe, im Ungewissen, ob diesem »jesuitischen Gemisch aus Grobheit und Vertraulichkeit« bei seinem Berlin-Debüt in der Reinhardt-Insze- nierung der »Artisten« im Juni 1928 »die Wiener Mundart, in der sich sein Wesen ausspricht, bei den Berlinern nützen oder schaden werde«.52 Zwar müsse auch der Nichtwiener »die Shakespearesche Wahrheit eines Leibes spüren, der so Tolles auszuschütten hat. Den richtigen Genuß an ihr kann freilich nur der Wiener haben. Er verehrt in Moser und dessen Genie der Menschenzeichnung die Renitenz eines verarmten Volkes.«53 Hans Mosers Verkörperung des Dienstmanns in der Ausstattungsrevue »Wien gib acht!« ist für Kuh die »Varieté-Leistung eines shakespeare- begnadeten, literaturenumspannenden Humors«, und er stellt ihn, den »marxistischen Knieriem«, in die Nachfolge der großen Wiener Volks- schauspieler Raimund und Nestroy.54 Er ist hingerissen vom »Zaubergewächs im Garten deutscher Schau- spielkunst«55  – so »platt, schal und prosaisch« das Stück, August Strind- bergs »Debet und Credit«, so umwerfend die Darstellerin des »Fräulein Julia«, Elisabeth Bergner: »Ein Abend tiefster Erschütterung, veranlaßt durch August Strindberg, verursacht durch Elisabeth Bergner. Denn  – Gott verzeih’ mir’s  – das Schauspiel, das diese Frau bietet, ist schöner als jenes, worin sie spielte. […] Sie gehört eben zu den wenigen, die auf
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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