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verwandelt hat, wo man zur Strafe für anstößiges Benehmen hundert-
mal abschreiben muß: ›Ich soll nicht auffällig sein‹, anders zu sein als
die Mehrzahl. Dafür werden Sie jetzt ausgewiesen. Auf Ihrem Aus-
weisungsdekret müßte stehen: ›Ausgewiesen wegen Beleidigung der
Republik, zum Schutz der Höflinge Kaiser Karls.‹ Da unserem Staat der
Anschluß an Europa untersagt ist, so betreibt er wenigstens den Aus-
schluß der Europäer. Ich gratuliere Ihnen herzlichst dazu, daß Sie ihn
verlassen müssen
…«140 Kuh wird nach diesen Worten auf die Bahnhofs-
wachstube geführt und nach Aufnahme der Personalien wieder auf
freien Fuß gesetzt. Er stellt zu den Vorgängen in einer Zuschrift an das
»Neue Wiener Journal« klar: »Die Wachebeamten, die mich festnah-
men, versuchten meine in jeder Hinsicht unberechtigte Verhaftung
dadurch zu motivieren, daß sie erklärten, sie hätten mich vor den durch
meine Ansprache ›erregten‹ Arbeitern der Ostbahn
– ›schützen‹ wollen.
Ich stelle hiemit ausdrücklich fest, daß in weitem Umkreis weder ein
›erregter‹ noch überhaupt ein Ostbahnarbeiter zu sehen war. Die Leute
aber, die anwesend waren, zeigten zu meiner Behauptung, Österreich
sei ein Polizeistaat, restlose Zustimmung.«141
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Anton Kuh
Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Anton Kuh
- Untertitel
- Biographie
- Autor
- Walter Schübler
- Verlag
- Wallstein Verlag
- Ort
- Göttingen
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8353-3189-1
- Abmessungen
- 13.8 x 22.2 cm
- Seiten
- 576
- Kategorie
- Biographien