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Anton Kuh - Biographie
Seite - 195 -
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195 Dieses Mal hat Békessy zu tief geschlagen  – und hat nun die in Wien tonangebende Sozialdemokratische Partei gegen sich. Die »Arbeiter- Zeitung« nimmt ihre Angriffe wieder auf, der Parteiapparat mobilisiert, allen voran Hugo Breitner, der Wiener Finanzstadtrat. Er stellt im Sommer 1926 die Werbesteuern, die üblicherweise erst am Ende des Wirtschaftsjahrs abzuführen sind, für die Békessy-Blätter fällig, was den Kronos-Verlag in den Bankrott treibt,47 weil Castiglioni sich weigert, seinem Kompagnon in der angespannten Finanzlage erneut unter die Arme zu greifen.48 Kraus zufolge bringt nicht die finanztechnische Maßnahme Békessy zu Fall, sondern das Einschreiten der Staatsanwalt- schaft.49 Eugen Forda, der Leiter des Annoncenbüros der »Stunde«, wird am 12. Juli unter dem Verdacht der Erpressung festgenommen, ein Verdacht, der sich durch Zeugenaussagen zur Gewißheit verdich- tet  – der Beginn vom Ende Békessys. Die Redaktion der »Stunde« stellt kurz darauf mit Bestemm klar: »Man darf einer Redaktion aus der bloßen Erkenntnis, daß sie forscher, witziger, losgeherischer war, weil sie zu andern Göttern betete, als die Herren Benedikt und Austerlitz, weil sie keinen Respekt vor den Ge- salbten und Geschmierten des Herrn empfand, weil sie zum Unterschied von vielen andern Schriftleitungen ein großes Maß an Schreibfreiheit besaß, nicht den Todesstrick drehen. / Die Redaktion der ›Stunde‹, die für den Textteil verantwortlich ist, setzt sich aus lauter untadeligen, materiell sauberen, keiner Beeinflussung zugänglichen Menschen zusam- men. Niemals wird je der Beweis gelingen, daß auch nur einer unserer Redakteure Verlockungen erlegen ist, die mit dem publizistischen Wir- ken unvereinbar sind. / […] Der Vernichtungskrieg gegen die ›Stunde‹ hat natürlich mit ethischen Motiven schon gar nichts mehr zu tun. Der Börsenliberalismus mit seiner Anhängerschaft von Plusmachern aller Grade und der Sozialismus in seinem Fanatismus will sein Monopol auf das Lesepublikum wieder erringen.«50 Am 22. Juli 1926 meldet die »Stunde«, daß »die bisherige Majorität der Kronos-Verlags-Aktien […] aus dem Besitz des Herrn Chefredak- teurs Emmerich Békessy in den eines Konsortiums übergegangen« sei und daß »Chefredakteur Emmerich Békessy gleichzeitig seine Stellung als Herausgeber der ›Stunde‹, ›Bühne‹ und ›Börse‹ niedergelegt« habe.51 Unterhalb dieser Notiz eine Erklärung Békessys, der sich zur Kur in Bad Wildungen aufhält und der drohenden Verhaftung durch Flucht nach Frankreich entgeht, in der er die Hoffnung äußert, »den persön- lichen Anfeindungen und Beschuldigungen, deren Haltlosigkeit sich wohl bald wird ergeben müssen, unbeschwert von jeder Bindung wirk- samer entgegentreten zu können«.52
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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