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Anton Kuh - Biographie
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213 Die zweite Klage Kraus’ gegen Kuh, die anhängig ist und deretwegen Samek einen Vergleich in der Causa »Vortragsaffe« ablehnt, betrifft die Konzerthaus-Rede »Der Affe Zarathustas«. Diese wird in der Klags- schrift als »fortgesetzte Kette von Ehrenbeleidigungen ohne jede sach- liche Unterlage« bezeichnet.14 Da es unmöglich sei, einen ganzen Vor- trag unter Anklage zu stellen, beschränkt sich Kraus darauf, nur gegen die »wüstesten Beschimpfungen, Schmähungen, Verspottungen und insbes. auf diejenigen Tatsachen, deren Behauptung einen schweren Vorwurf gegen meine Ehre beinhaltet«, zu klagen, »zumal da die Persön- lichkeit des Beschuldigten nicht zum Objekt einer literarischen Befas- sung, die er um jeden Preis anstrebt, sondern bloss zur strafrechtlichen Abwehr der Beleidigungen taugt«. Am 18. März 1926 wendet sich Samek um »Rechtshilfe« an »Herrn Dr. Egon Friedell«: Der möge ihm doch bitte die Nummer der »Stunde« übermitteln, in der dessen Novelette »Kaiser Josef II. und seine Ge- liebte« oder »… und die Prostituierte« erschienen ist, die Anton Kuh unter seinem Namen im »Querschnitt« habe nachdrucken lassen. »In dem Prozess, den ich für Herrn Kraus gegen Herrn Kuh führe, dürfte vielleicht diese Tatsache von einiger Bedeutung sein.«15 Bloß: Diese »Tatsache«, nämlich ein Plagiat, begangen von Anton Kuh, die Kraus zupaß gekommen wäre, um Kuh bei Gericht anzupatzen, ist eine üble Nachrede.* Elf Beleidigungen listet Kraus auf, unter anderem empfindet er die Unterstellung, Urheber einer »Iztigseuche« zu sein, als grobe Beschimp- fung. Eine schwere Ehrenbeleidigung sieht er auch in dem Vorwurf, er habe auf die »erotischen Neigungen« Kuhs angespielt, da er »die Ver- wertung von Tatsachen des Privat- und Sexuallebens im öffentlichen Kampfe wirklich stets perhorreszierte und aus diesem Grunde auch gegen Harden einen langen und energischen Pressekampf führte«. Bei Kuh allerdings wird der große Ethiker in seinem felsenfesten Stand- * »Der Querschnitt« stellt klar: »Im Jahre 1924 erschien im Querschnitt ein Aufsatz ›Die Geliebte des Kaisers Joseph‹, der unterzeichnet war mit dem Namen Anton Kuhs. Dieser Aufsatz war von der Redaktion des Querschnitt der Wiener ›Stunde‹ entnommen und irrtümlicherweise mit dem Namen Anton Kuhs anstatt mit dem Egon Friedells unterzeichnet, da Friedells Name dem Originaldruck jenes Aufsatzes nicht beigegeben, sondern in der weggebliebenen Einleitung enthalten war. Die Redaktion hatte nach dem Inhalt des Aufsatzes fälschlicherweise ohne weiteres angenommen, daß er von Anton Kuh stamme. Sie hielt die Berichtigung seinerzeit für unerheb- lich, trägt diese aber jetzt auf ausdrücklichen Wunsch Anton Kuhs nach« (Der Querschnitt, Jg. 7, H. 8, August 1927, S. 637).
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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