Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Anton Kuh - Biographie
Seite - 231 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 231 - in Anton Kuh - Biographie

Bild der Seite - 231 -

Bild der Seite - 231 - in Anton Kuh - Biographie

Text der Seite - 231 -

231 Ethos und »Ethospetetos«  – Anton Kuh vs. Karl Kraus Entschieden zu kurz greift Kuh, wenn er die Vehemenz und Hartnäckig- keit von Kraus’ Kampagne gegen die »Stunde« auf verletzte Eitelkeit reduziert und darauf beharrt »dass fast alle Wiener Zeitungen um nichts moralischer und anständiger sind als die ›Stunde‹, dass die anderen Zei- tungen möglichst Eitelkeiten schonen, während sie hier tendenziös ver- letzt wurden  … Was da entfesselt wurde, das war nicht Antikorruptio- nismus, es war hier der Conjunktur-Sturmlauf gegen die Unbequemen«. Entschieden zu kurz greift er auch, wenn er es Kraus als »nicht nobel« ankreidet, daß dieser gegen den »magyarischen Unternehmer« los- gezogen sei, statt sich an den zu halten, von dem er wußte, daß er ihm das eingebrockt hatte  – an ihn, Kuh. Zu kurz greift auch die Reduzierung der Polemik auf Rivalität. Entschieden daneben greift aber auch die Unterstellung, Kuh sei als Büttel Békessys aufgetreten. Im Gegenteil: Kuh war nicht Handlanger Békessys, sondern Békessy hat Kuh »arglos als ›rechte Hand‹ zur Frot- zelung des Kraus gedient«.1 Er stellt schon in seiner Rede vom 25. Ok- tober 1925 klar, daß er den Herausgeber der »Stunde« dazu mißbraucht habe, um an Karl Kraus sein Mütchen zu kühlen. Das trägt ihm am 5. Dezember 1925 die »Nachnominierung« als »Täter oder Mittäter« in der Causa Karl Kraus und Marie Turnowsky gegen unbekannte Täter in der Sache der retuschierten Photos auf dem Titelblatt der »Stunde« vom 20. März 1925 ein.* Kuh ist nur bis August 1924 Redaktionsmitglied der »Stunde«, und er verwahrt sich dagegen, als Redakteur der »Stunde« bezeichnet zu werden, läßt Berichte über die Prozesse, die Kraus gegen ihn angestrengt hat, auch dahingehend berichtigen.2 Die Verbindung mit Békessy wird zu Lebzeiten von Gegnern Kuhs unterstrichen  – »Söldling des steckbrieflich gesuchten  …«  – und über dessen Tod hinaus fortgesponnen: »Anton Kuh, der sich von einem gemeinen Revolverjournalisten zum angesehenen Békessy-Mitarbeiter * Bei der Vernehmung vor dem Strafbezirksgericht Wien I am 5. Januar 1926 räumt Kuh ein, »der Urheber des Entschlusses zu sein, mit Karl Kraus eine Zeitungsfehde auszutragen«, stellt allerdings in Abrede, mit der Veröffent- lichung des inkriminierten Bildes irgend etwas zu tun zu haben.
zurück zum  Buch Anton Kuh - Biographie"
Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Anton Kuh