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Anton Kuh - Biographie
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251 »akustische Großaufnahme« enthüllte unbarmherzig falsches Pathos wie auch mechanisches Leiern.18 Eigentlich hätte Anton Kuh optimal disponiert sein müssen für Auf- tritte im Rundfunk, denn das Ideal der Rundfunkstimme war die Leben- digkeit: die Live-Suggestion. Der improvisierende, aus dem Stegreif sprechende Anton Kuh hätte damit die Idealbesetzung hinter dem Mi- krophon sein müssen. Tatsächlich war er am 18. Mai 1927 bei seinem Versuch, den Hörern der »Berliner Funkstunde« ab 20.30 Uhr in knapp zwanzig Minuten Peter Altenberg »menschlich näher zu bringen«, blendend disponiert. Der »B. Z. am Mittag« zufolge hat Kuh »mit hinreißendem Temperament ein Monumentalbild des Dichters« entwor- fen, »über lebensgroß in allen Dimensionen.«19 Offenbar improvisiert,20 zumindest merkt das der »Vorwärts« in seiner Kurzbesprechung in der Rubrik »Funkwinkel« an.21 Leichte Bedenken plagten Kuh nicht nur angesichts dessen, was man in Berlin zehn Jahre nach Altenbergs Tod mit dessen Namen verband: »Wien, Kaffeehaus, Bagatelle« (und damit hoffnungslos démodé), sondern auch angesichts der Disparatheit des Publikums, an das er sich wandte: »Berliner Tippmädchen, Potsdamer Offizierswitwen und Pommersche Großbauern«.22 Ob sein Erschrecken über die eigene Stimme, als er am 18. Mai 1927 zum ersten Mal im Rundfunk sprach, ihn davon abgehalten hat, öfter im Radio aufzutreten? Isoliert im Aufnahmeraum und mit seiner Stimme »mutterseelenallein gelassen«, zwischen Schauder und Argwohn hin- und hergerissen, befremdet, »wie speckig, gemein, feucht, bleiern sie klingt, wie eintönig und böse und fast gierig ihre Eindringlichkeit den Raum füllt«? Dokumentiert sind neben Kurzauftritten im Rahmen eines »Öster reichischen Abends« (mit Musik) in der »Berliner Funkstunde«, zu dem Kuh am 14. Dezember 1927 einleitende Worte spricht,23 und einer kurzen Conférence im Rahmen eines »Bunten Österreichischen Abends« des Österreichischen Hilfsvereins, von dem die »Berliner Funkstunde« am 12. Dezember 1931 einen Ausschnitt überträgt, nur noch eine vierzigminütige »Lobrede auf den Snobismus« am 11. Feber 1930 im SWR Frankfurt (zeitgleich ausgestrahlt von SÜRAG) sowie zwei weitere: Am 14. März 1933 spricht Kuh abends um 9 Uhr in Radio Wien unter dem ironischen Titel »Der überholte Wedekind« zum 15.  Todestag des Autors: »mit seiner demosthenischen Beredsamkeit, gespritzt mit Armin Berg und Shaw«, wie ihm Rudolph Lothar attestiert, der aber ebenso wie andere Rezensenten24 etwas von der gewohnten Leichtigkeit Kuhscher Vorträge vermißt: »Aber er war sichtlich ge- hemmt vom Manuskript, denn Kuh muß improvisieren, um ganz auf der Höhe seines Witzes zu stehen.«25 Und am 26. November 1938 hält
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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