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Anton Kuh - Biographie
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259 A. G., die »Maria Stuart« produzierte, es tatsächlich darauf angelegt hatte, die große Kunst eines Theaterregisseurs dem Film dienstbar zu machen, oder ob die Punze »Leopold-Jessner-Film«, unter der »Maria Stuart« firmierte, nur eine wirksame Werbemaßnahme war, steht dahin. »Maria Stuart« ist kein verfilmter Schiller. Das historische Gemälde mit schicksalhaft düsterem Grundton erzählt des langen und breiten die ganze verworrene Vorgeschichte bis zur Gefangensetzung der Königin von Schottland. Die Aneinanderreihung breit ausgemalter Episoden entwickelt keine Dynamik, die Bemühung um historische Treue geht zu Lasten der filmischen Wirkung. Im Versuch, alle historischen Zusam- menhänge wenigstens stichwortweise wahren zu wollen, verzettelt sich der Film  – im wahrsten Sinn des Wortes: Der Film arbeitet viel mit Titeln und läßt den Inhalt mancher Szenen aus Dokument-Texten von der Leinwand ablesen. Die Personen handeln weniger, als daß sie die verbindenden Bilder zum Text liefern. »Ununterbrochen werden Doku- mente unterschrieben, verloren, gesucht, auf den Kehricht geworfen, im geheimsten Ort entdeckt. Tinte und Papier, das ist das filmfeindliche Element dieses ›Frauenlebens‹. Was Bild und Anschauung werden müßte, wird Tinte, was in Bewegung zucken sollte, erstarrt in Papier«, moniert denn auch der Kritiker der »Vossischen«, Monty Jacobs, der überdies an dem Film, der zum einen am Buchstaben des Geschichts- buchs hafte, die  – zum anderen  – Anachronismen beanstandet: Warum diese Badewannen, Billards, Volksaufläufe mit Plakaten, warum Fanta- siekostüme  – und eine Königin mit Bubikopf?26 Anachronismen, von denen man annehmen kann, daß sie nicht »pas- siert« sind: Die wüsten Kumpane des historischen Schottland dürften nicht nur den anonymen Rezensenten des Berliner »Vorwärts« »nur zu sehr an unsere nationalen Fememörder von heute« erinnert haben.27 Denn die historischen Figuren tragen zwar historische Kostüme, »Maria Stuart« ist aber beileibe kein Kostümfilm  – ein Genre, das man schon überlebt geglaubt hatte  –, der auf den Schauwert von verstaubten De- kors setzte, in den Kostümen bewegen sich »moderne Menschen mit lebendigen Köpfen. Ohne Klebebärte und Moosperücken«, beobachtet der Rezensent der »B. Z. am Mittag«.28 Franz Blei ätzt über einiges, was gar zu up-to-date ist: »Maria Stuart ist unserer Zeit so nahe gebracht, daß man ihr im Autobus begegnen könnte oder mit den Händen am Volant ihres Cadillac. Ich fand es unpassend, daß Herr Kortner, der den Both well spielte, immer seine Zigarre weglegte, wenn er vor den Appa- rat trat.«29 Historisch getreu hingegen und unschillerisch, daß keine Begegnung der beiden Rivalinnen stattfindet. Während Schiller sein Drama ganz
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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