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Anton Kuh - Biographie
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261 blutbefleckt sind, fehlen Magda Sonja die schauspielerischen Mittel, sie erschöpft sich im Mondänen des erotisch verspielten Weibchens. Die Maria Stuart Anton Kuhs und Friedrich Fehérs ist wahrlich keine Maria Stuart für die Schullektüre und hat mit der idealisierten und sentimentalisierten Gestalt Schillers nichts gemein. Während sie in Berlin als »Lulu im historischen Kostüm« wahrgenommen wird33, wartet der Rezensent der »Neuen Freien Presse« bei der Charakterisierung der Figur mit einer nicht weniger treffenden lokalen Referenz auf: sie werde »ganz aus dem Triebhaft-Dirnenhaften des Weibes, weiningerhaft gesprochen, gedeutet«34  – in Wien läuft der Film im Sommer 1928 denn auch unter dem Titel »Die Tragödie einer Königsdirne«. Das Berlin-W-Publikum war zur Premiere am 30. Dezember 1927 im Tauentzien-Palast nicht nur neugierig auf eine wedekindsche schottische Königin, sondern wohl vor allem gekommen, um  – neben Fritz Kort- ner in der kleineren Rolle des Eisenfressers Bothwell, Walter Janssen in der Rolle des stupiden Wüstlings Lord Darnley, Anton Pointner als aalglattem, kaltem Graf Leicester, Friedrich Fehér als Geheimsekretär der Königin Riccio  – zwei bekannte Literaten einmal nicht schrift-, sondern darstellend zu sehen: Anton Kuh und Franz Blei. Die Meinun- gen über die darstellerischen Leistungen sind geteilt: Attestieren die einen, daß die beiden Laien »ausgezeichnet ihren Mann« stehen,35 un- ken die anderen, daß die zwei Dilettanten eben wie Dilettanten36 oder  – gnädiger  – »wie eben talentierte Dilettanten«37 spielen. Kein großes Kunstwerk dieser Film, gewiß, der aber mit seiner »wil- den erotischen und historischen Hintertreppenromantik«38 auch sein Publikum fndet. In »Paimann’s Filmlisten«, der Wiener »Wochen- schrift für Lichtbild-Kritik«, erhält der Film immerhin die »Gesamt- qualifikation: über dem Durchschnitt.«39 Wenn Kuh in seinem ersten Drehbuch den Anfängerfehler beging, zu viel Stoff anzuhäufen, erweist er sich schon bei seinem zweiten »Manu- skript«, wie man es zeitgenössisch nennt, als ausgebuffter Routinier.* * Tatsächlich hatte Kuh schon 1920 zwei Drehbücher (mit)verfaßt. Siehe dazu: Muhammad Asad: Der Weg nach Mekka. Düsseldorf 2009 [nach der 1982 erschienenen revidierten Neuausgabe des ursprünglich unter dem Titel »The Road to Mecca« 1954 bei Simon & Schuster, New York, erschienenen Originalausgabe], S. 84-85. Bei einem der Filme könnte es sich um die erste oder eine Episode eines Abenteurfilmzyklus der Decla-Bioskop mit dem Titel »Die Jagd nach dem Tode« handeln, die am 21. Oktober 1920 in Berlin der Presse vorgeführt wurde. [L. K. F.: »Die Jagd nach dem Tode«. Decla-Lichtspiele, U. d. L. In: Film-Kurier, Jg. 2, Nr. 238, 22.10.1920 [S. 2]; L. K. F.: »Die Jagd nach dem Tode«. Decla-Lichtspiele, U. d. L. In: Film-
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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